Ein Hyperpop-Einstieg für Anfänger*innen: Diese 11 Artists musst du kennen
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Roy Aquas Hyperpop-Guide

Ein Hyperpop-Einstieg für Anfänger*innen: Diese 11 Artists musst du kennen

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2021

Roy Aquas Hyperpop-Guide

Ein Hyperpop-Einstieg für Anfänger*innen: Diese 11 Artists musst du kennen

Damian Steffen
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Ein Hyperpop-Einstieg für Anfänger*innen: Diese 11 Artists musst du kennen
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Zwischen hunderten von Künstlernamen, die nach wahllosem Aneinanderreihen von Buchstaben und Zahlen klingen, ist es schwer, Zugang zum Genre «Hyperpop» zu finden. Um sich nicht im Soundcloud-Rabbit-Hole zu verzetteln, teilt Szenekenner und Künstler Roy Aqua seine (Geheim-)Tipps aus dem In- und Ausland.

Die Spotify-Playlist zum Genre rotiert in unglaublicher Geschwindigkeit: Mit jedem Aktualisieren der Liste schwemmt Lead-Kuratorin Lizzy Szabo eine Welle von neuen Künstler*innen auf die Karte. Die Namen der Interpret*innen sind dabei oft unaussprechlich - und verunmöglichen fast, einen Überblick über die Artists der Stunde zu behalten. Ein Blick auf Soundcloud vereinfacht auch nichts: Auch hier lassen sich vermutlich mittlerweile Tausende von Musiker*innen dem Tag «Hyperpop» zuordnen.

Deshalb gibt uns einer der wenigen Schweizer Hyperpop-Avantgardisten, Roy Aqua, eine Einführung in die Thematik dieser sonderbaren und für einen Grossteil der HipHop-Fans fremde Welt: Diese 11 Künstler*innen solltest du auf dem Radar behalten.

«Die Schweiz ist nicht ready für den Scheiss»: Das ausführliche Interview mit Roy Aqua über den State-of-the-Art in der Schweiz, die wichtigsten Einflüsse und die Zukunft von HipHop kannst du hier nachlesen:

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[1] Für HipHop-Fans am zugänglichsten? belis

«belis bewegt sich zwar in der Hyperpop-Szene, macht aber in meinen Augen eher Rap mit Einflüssen aus diesen Sphären. Damit hat sie einen eigenen, unverwechselbaren Stil etabliert. Ich denke, wer Lil Uzi Vert und Playboi Carti feiert, wird auch für belis zu begeistern sein.»


[2] Die ikonischste Kunstfigur? David Shawty

«Er zieht einfach durch und scheisst auf alles. Wenn er sich die Nägel bunt lackieren will, macht er das. Er spielt mit den Geschlechterrollen und macht was ihm gefällt - einfach eine exzentrische Figur. Für mich sticht er mit seiner Attitude aus der Masse raus. Auch musikalisch ist er eigen: Die Stutter-Effekte nutzt er schon fast exzessiv – für ein ungeübtes Ohr wird’s nicht schön anzuhören sein.»

[3] Der interessanteste Schweizer Character? bloccbueb

«Er spielt die Rolle des Bösewichts. Er führt dich ein in eine Welt bestehend aus Pillen und Kreditkarten-Scams. Er hat diesen mysteriösen Character etabliert, bei dem man sich nie sicher sein kann, wo die Grenze zwischen Realität und Fiktion ist. Auch sein Sound ist sehr eigen, aber auch richtig geil! Er ist aus dem Nichts gekommen und ist mittlerweile der grösste aus dieser Ecke. Was ihn ausmacht, kann ich nicht in Worte fassen, aber es catcht.»

[4] Wem steht die strahlendste Zukunft bevor? glaive

«Everybody’s favourite… Er versucht nicht edgy zu sein. Er ist einfach ein sympathischer 15-Jähriger aus North Carolina, der sein Ding macht. Man kann ihm nicht absprechen, dass er ein begnadeter Songwriter mit sehr introspektiven Lyrics ist. Von ihm erwarte ich eigentlich noch einen Feature-Part (lacht). Das hatten wir vereinbart, doch dann kam der grosse Blow-up. Es ist krass, wie schnell es bei ihm geklappt hat. Er hat schliesslich erst Anfang 2020 mit der Musik angefangen und ist jetzt schon der Liebling der Musikmedien. Für die Massen ist er sehr zugänglich. Eigentlich ist es Pop mit einem leichten Hyperpop-Einschlag. glaive hat das Potenzial zum Weltstar.»

[5] Ein Schweizer Artist mit Mainstream-Appeal? AMARA ctk100

«Alles glossy, alles clean: Bei ihr merkt man, dass sie weniger von Soundcloud-Rap inspiriert ist als die restlichen Artists in dieser Liste, sondern eher vom herkömmlichen Hyperpop. Sie ist immer passend gestylt und hat sehr anschauliche Visuals. Sie verkörpert eine stimmige Kunstfigur… Und ich glaube, sie ist bestens connectet. Das lassen zumindest die Kommentare auf ihrem Insta-Profil vermuten – schliesslich hat sogar Hanna Diamond ihren letzten Beitrag kommentiert. Sie hat definitiv Chancen, die Massen begeistern zu können.»

[6] Der bahnbrechendste Künstler? meat computer

«Neu! Hat es noch nie gegeben! Er klingt anders als anderen. Ich bin bis heute nicht dahintergekommen, wie er seine Stimme bearbeitet. Im ganzen Hyperpop-Kosmos gibt es Vieles, das gleich klingt, meatcomputer ist da eine erfrischende Abwechslung. Er produziert selbst und konzipiert auch seine Videos selbst. Ein grosses Talent, das sich definitiv länger halten können wird als andere.»

[7] Mein Lieblingskünstler? ppgcasper

Bei ihm ist es sein vielseitiger Sound, der ihn so besonders macht. Er ist nicht voll in dieser verglitchten, digitalen Sphäre, sondern hat auch viele akustische Einflüsse. Damit kann ich mich voll identifizieren. Auch ich möchte nicht nur Hyperpop machen, sondern ohne Genregrenzen Songs schreiben. Seine Herzschmerz-Songs fühle ich sehr (lacht).

[8] Meine erste Entdeckung? SEBii

«Mein Kollege und Grafiker zufzufzuf hat ihn mir gezeigt und ich war sofort fasziniert: Er ist irgendwie anders als die anderen. Ein Informatikstudent-Type-Dude. Halt voll das «PC-Chind». Ihn würde man auf der Strasse niemals erkennen. Trotzdem präsentiert er sich in seinen Lyrics voller Selbstbewusstsein und flext dabei so richtig. Diese Mischung hat’s mir angetan.

[9] Der erste Schweizer Künstler, den ich gefeiert habe? MAQ22

«Einer der ersten Schweizer Artists, den ich richtig gefühlt habe. Er ist voll am Puls der Zeit. Bei ihm stimmt die Qualität. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass er auch im internationalen Vergleich mithalten könnte. Seine musikalischen Versuche sind vielseitig: von Cloudrap bis Hyperpop. Bei ihm sind auch die Visuals immer on point. Zürich hat eine gut vernetzte Szene mit vielen talentierten Leuten. Während bei uns alles DIY-Style ist, hat MAQ alles auf Hochglanz poliert.»

[10] Der beste Lyricist? oaf1

«Schwieriger Pick… Ich höre wirklich wenig vom richtig lyrischen Hyperpop, aber oaf1 hat meiner Meinung nach sehr reflektierte Texte und präsentiert sich sensibel. Bei ihm ist beispielsweise ein oft behandeltes Thema, dass er sich im eigenen Körper nicht wohl fühlt.»

[11] Der verbissenste CH-Producer? Pastelfuneral

«Er ist DAS musikalische Talent. Vieles produziert er selber – er ist fast schon ein Nerd, wenn's um musiktechnische Aspekte wie Mixing oder Mastering geht. Deshalb klingen seine Vocals auch immer so crisp und clean. Ob man das Hyperpop nennen will, ist eine andere Frage. Ich für meinen Teil sehe die Einflüsse. Dadurch, dass er seine Lyrics auf Englisch schreibt, sehe ich bei ihm Potenzial, um überall auf der Welt Anklang zu finden.»

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