«Ich bin lieber eine Badass Bitch als ein Good Girl» - Badnaiy im Interview
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2022

Schweizer Rapperin mischt die Szene auf

«Ich bin lieber eine Badass Bitch als ein Good Girl» - Badnaiy im Interview

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March
2022

Schweizer Rapperin mischt die Szene auf

«Ich bin lieber eine Badass Bitch als ein Good Girl» - Badnaiy im Interview

Luca Mosberger
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«Ich bin lieber eine Badass Bitch als ein Good Girl» - Badnaiy im Interview
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Die Lausanner Rapperin Badnaiy ist eine der vielversprechendsten Newcomer:Innen der Romandie. Im Interview stellte sie sich unseren Fragen.

Seien es ihre beeindruckenden Rap Skills oder auch ihr selbstbewusstes und modisches Auftreten: In letzter Zeit gewann die Künstlerin unter anderem durch ihre Performance in der «Enter the Circle»-Female Cypher oder auch durch Gastauftritte auf SANTO's Album «SANTORAMA» an Aufmerksamkeit. Gut möglich, dass die Künstlerin vor dem grossen Hype steht. Im Interview haben wir mit ihr über den Female Cypher, Fashion, Schweizer Rapperinnen, Aliens und kommende musikalische Projekte gesprochen.

Viele unserer Leser:Innen kennen dich noch nicht oder zumindest noch nicht lange. Beschreibe dich in drei Worten.

Unverfroren, badass und ehrlich.

Wie hast du deinen Künstlernamen ausgewählt?

«Bad» steht dafür, nicht das perfekte Good Girl sein zu wollen. Ich bin weit davon entfernt, perfekt zu sein und ich möchte lieber die Art Mensch und Künstlerin sein, die ehrlich und echt ist, deshalb bin ich lieber eine Badass Bitch als ein Good Girl. Verschiedenes hat mich dann für das Ende «-naiy» inspiriert, wodurch dann Badnaiy entstand. Das wurde dann wie zu einem Nachnamen, in meinem Alltag nennen mich fast alle meine Freunde nur noch «Bad».

Styling: Hoodie: Scares Studio. Hosen und T-Shirt: Julia Seemann. Schuhe: Badnaiy's eigene.

In deiner Kindheit warst du von Musik umgeben. Welche Musiker:Innen haben dir als Kind am meisten gefallen?

Meine Geschwister wuchsen in den frühen 90ern auf, und ich hörte dann zwangsweise einfach die Musik, die sie hörten. (lacht) So hörte ich sehr viel US-Rap und RnB wie N.W.A., JAY-Z, Aaliyah, Da Brat, Lil Kim, Foxy Brown, The Neptunes, Snopp Dogg, Destiny’s Child, et cetera. Aber auch französischen Rap wie Booba, MC Solaar und viele mehr.

Wer sind jetzt deine Lieblings-Artists?

Es gibt so viele Artists, die ich wirklich mag, aber Beyoncé ist definitiv mein Favorit. 

Styling: Links: Jacke und Hose: Julia Seemann. Schmuck: Badnaiy's eigene. Rechts: Balaclava: Hors Ligne Lab. Jacke: Akris.

Viele haben dich durch deine Performance am Cypher der SRF Virus-Show «Enter the Circle» kennengelernt. Wie war diese Erfahrung für dich?

Es war wirklich cool, tolle Vibes am Set und im Studio und alles waren super nett. Es war zwar erst mein zweites Mal in Zürich, aber ich habe in den letzten Jahren schon Freestyles und Interviews gemacht und war auf Tour in der Romandie, weshalb es keine völlig neue Erfahrung für mich war. Das wirklich Einzigartige war aber, dass nur Frauen dabei waren! Es war so cool, sich mit anderen Künstlerinnen aus der Deutschschweiz zu connecten und uns über unsere Erfahrungen in der Musikindustrie auszutauschen.

Hast du seither mit einer der Künstlerinnen von «Enter the Circle» zusammengearbeitet oder ist eine Zusammenarbeit geplant? 

Gigi und ich wurden wirklich gute Freunde seit dem Cypher. Sie ist unglaublich talentiert und wir verstanden uns sofort, aber wir haben bis jetzt noch nicht zusammengearbeitet. Aber vielleicht in der Zukunft, wer weiss?

Wer wäre dein Traum-Feature?

Missy Elliot.

Die HipHop-Community kann sehr ungnädig sein, wie du wahrscheinlich selbst schon erlebt hast. Gibt es Kommentare unter deiner Musik, die dich nerven?

Ich lese selten Kommentare, um ehrlich zu sein, aber wenn ich es mache, probiere ich eine gute Laune zu haben und sie nicht persönlich zu nehmen. Ich weiss, wer ich bin und was ich mache, die Leute wissen das nicht. Wenn die Kritik mich besser macht, nehme ich sie an, und wenn nicht, verschwende ich nur meine Zeit. Und Zeit ist Geld!

Styling: Jacke und Hut: Casella Meyer. Schmuck: Badnaiy's eigene.

Auf deiner letzten EP «Venus Beach» samplest du TV-Berichte über Ufosichtungen, um zu implizieren, dass du von einer anderen Welt stammst. Glaubst du an Aliens?

Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, es wäre dumm zu glauben, dass wir hier draussen die einzigen sind, aber ich glaube nicht, dass sie unter uns leben oder uns kidnappen oder so. (lacht)

Du beeindruckst nicht nur mit deinen Rap Skills, sondern auch mit deinem Auftreten. Welche Rolle spielt Fashion in deinem Leben?

Es ist wirklich meine zweite Leidenschaft. Ich bin damit aufgewachsen, alles über die Modeindustrie zu lesen und von Haute Couture zu träumen. Ich glaube, Fashion war immer ein Weg für mich, mich und meine Stimmungen auszudrücken, und ich habe immer sehr viel Spass dabei.

Styling: Links: Jacke und Hut: Casella Meyer. Schuhe und Schmuck: Badnaiy's eigene. Rechts: Kleid: Julia Seemann. Tasche: Akris

Wie würdest du deinen Modestil beschreiben?

Mutig, einzigartig, extravagant aber immer auch bequem.

Gibt es im HipHop Personen, die deinen Modestil inspiriert haben?

Da Brat hat mich als Teenager sehr inspiriert. Rihanna hat mich auch sehr darin inspiriert, eine Balance zwischen verschiedenen Einflüssen von aussen und einem eigenen Style zu finden. 

Deine musikalische Reise brachte dich zuerst in die «Badlands» und dann zu «Venus Beach». Wohin führt sie dich als nächstes?

Ah! Da müsst ihr noch ein bisschen länger warten, um das rauszufinden. Aber ich werde definitiv diesen Sommer Musik releasen.

Wie hast du dich als Künstlerin seit deinem letzten Projekt weiterentwickelt?

Ich habe in dieser Zeit einen grossen mentalen Prozess durchgemacht. Ich habe meine Reise in die Selbstliebe begonnen. Meine Lebensanschauung hat sich sehr verändert in den letzten beiden Jahren, in denen ich auf Tour war und als Mensch aber auch als Künstlerin gewachsen bin. Meine nächste EP wird definitiv persönlicher, ehrlicher und erwachsener, aber auch stärker und fröhlicher, das steht fest.

Du hast mal erwähnt, dass du nicht Musik machen willst, die in ein Genre passt.

Ich möchte, dass meine Musik von mir und meinem Universum definiert wird, und nicht von einem Genre. Ich möchte mich nicht auf ein Genre beschränken und die Musik somit auch nicht engstirnig machen. Kunst muss nicht schubladisiert werden, sondern gefühlt.  

Was sind deine Ziele in der Musik?

Ich möchte ein verdammter Rockstar sein!

Styling: Jacke, Hose und Schuhe: Badnaiy's eigene. T-Shirt: Julia Seemann.

Foto Credits:

Model: Badnaiy. Fotografie / Creative Direction: toby.st. Styling: Tim Wirth. Haarstyling: Cut4cuties. MakeUp: Ximena Fanchini. Produktion: Hors Ligne Lab.

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