Phenomdens neues Album erscheint in neuem Soundbild
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Grosses Comeback

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Phenomdens neues Album erscheint in neuem Soundbild

Luca Mosberger
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Fast 10 Jahre nach seinem musikalischen Vorgänger erschien vor einem Monat «Streunendi Hünd», das neue Album von Phenomden. Die Schweizer Reggae-Legende lebte für sechs Jahre lang in Jamaica und kehrte nun zurück, überraschenderweise aber mit völlig neuem Sound.

Phenomden gilt als eine der prägendsten Figuren, was Schweizer Reggae und Dancehall angeht. Man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster mit der Behauptung, Phenomden hätte für Mundart-Reggae in der Schweiz den Weg bereitet und hier populär gemacht. In der Schweizer Urban Music-Szene gilt der 41-Jährige als Legende. Dennoch hat der heutige durchschnittliche HipHop-Hörer kaum etwas von ihm gehört oder kennt ihn vielleicht von Stereo Luchs-Features. Deshalb hier ein kurzer Recap:

Schon als Jugendlicher begeisterte sich Phenomden alias Dennis Furrer für HipHop, woraus sich später seine grosse Liebe für Dancehall entwickelte. Schon als Kind war Dennis musikalisch veranlagt und er beschloss in seinen Jugendjahren, dass er gerne seine eigene Musik machen will. Mit seinem Demotape konnte er zu Beginn der 2000er die szenebekannten Ganglords von sich überzeugen. Mit seiner Debüt-Single mit den Ganglords erlangte er erste Bekanntheit. Im Hintergrund schaffte er es, sich ein grosses Netzwerk an wichtigen Kontakten in der Szene aufzubauen. Sein Debütalbum «Fang ah» entstand in Zusammenarbeit mit den besten und grössten Namen in der schweizerischen und deutschen Reggae-Szene.

Mit nachfolgenden Alben wie «Gangdalang» oder «Eiland» schaffte der Musiker den Sprung vom Szenetipp zur allgemeinen Bekanntheit durch häufige Radioplays seiner Songs. Er arbeitete mit den grössten Namen in der Szene, unter anderem Stereo Luchs, Trettmann (damals noch Ronny Trettmann), The Scrucialists und Pow Wow. Nach «Eiland», der Liebeserklärung des Adliswilers an den Dancehall-Hotspot Jamaica, stand er vor einem toten musikalischen Punkt. Er fühlte sich, als ob er schon über alles zig mal gesungen hätte. 2013 zog Phenomden nach Kingston, Jamaicas Hauptstadt. Er wollte international bekannt werden und lebte dort für sechs Jahre mit seiner Familie. Sein Plan, englischen Reggae zu machen, gab er auf. Stattdessen eignete er sich diverse neue musikalische Fertigkeiten an, die in sein neues Album einfliessen sollten.

2019 zog es ihn dann wieder zurück in die Schweiz: Nicht, weil seine Liebe für die Insel ein Ende nahm, sondern weil er eine Abwechslung zu dieser intensiven Umgebung brauchte und seine Kinder an einem sichereren Ort grossziehen wollte. Zu Beginn seiner Zeit in Jamaica lernte er viele neue Leute kennen und entdeckte Neues. Gegen Ende genoss er es zunehmend alleine im Auto unterwegs zu sein, nur in Gesellschaft von streunenden Hunden auf den Strassen Kingstons.

In dieser Zeit entstand sein neustes Werk. Speziellerweise klingt es nach seinen sechs Jahren in Kingston weniger nach Reggae und Dancehall, als all die bisherigen Alben. Seine neuen Songs haben ein anderes Soundbild: viel mehr Soul und Rockeinflüsse. Bis auf die Songs «10 Sache» und «Cool Breeze» hat er sich für sein Comeback «neu» erfunden. Im Interview mit SRF 3 meinte Phenomden, dass es seinen Fans zu Beginn wahrscheinlich schwerfallen wird, sich auf diese neue Formel einzulassen. Es ist ein grosser Sprung von seinen tanzbaren, immerfröhlichen Songs aus den letzten beiden Jahrzehnten.

Dieser Sprung hat dennoch ein einzigartiges, gelungenes Album hervorgebracht. Viele der besten Momente auf dem Projekt wären unmöglich gewesen, hätte sich Dennis nicht von seinen Ursprüngen gelöst. Etwa wenn er auf dem Intro-Track «Loosi Kanone» ironisch über den Druck singt, nach zehn Jahren wieder ein Album zu droppen. Das laute Rock-Instrumental untermalt die von ihm beschriebene eskalierende Situation perfekt. Ein anderes Highlight ist der Titeltrack «Streunendi Hünd», der von der Selbstfindung beim nächtlichen Autofahren handelt.

Der wahrscheinlich schönste und bedeutendste Moment in der Tracklist ist aber «Ich gseh di». Der Song handelt von einem Moment von Phenomden mit seiner Tochter. Der Song hätte im Reggae-Stil vermutlich nicht gleich gut funktioniert .

Der «alte Phenomden» bleibt aber trotzdem bestehen: Neben den beiden Reggae-Songs hält das Album auch diverse Referenzen an frühere Musik und ähnliche Themen wie vor zehn Jahren bereit. Auch wenn Core-Fans von Dennis Furrer sich für dieses Werk umgewöhnen müssen, das Feelgood-Feeling seiner früheren Werke bleibt bestehen.

Phenomden befindet sich aktuell auf Tour: Tickets für seinen Gig im Kulturzentrum Galvanik in Zug findest du in unserer Event Zone.

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