Rappen für Grossunternehmen: Das sind die schlechtesten Rap-Werbespots?
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2020

Begraben EDEKA und Luciano den Rap-Trend in Werbungen?

Rappen für Grossunternehmen: Das sind die schlechtesten Rap-Werbespots?

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2020

Begraben EDEKA und Luciano den Rap-Trend in Werbungen?

Rappen für Grossunternehmen: Das sind die schlechtesten Rap-Werbespots?

Yannick Jauch
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Rappen für Grossunternehmen: Das sind die schlechtesten Rap-Werbespots?
Quelle:
EDEKA
Rap ist das grösste Genre der Welt. Das wissen auch die Marketingabteilungen der Grossunternehmen, deshalb, werden sie sich gesagt haben, muss diese Kuh auch richtig gemolken werden. Luciano und EDEKA stellen sich gegen die inflationäre und Fremdscham erregenden Rap-Werbespots von Aldi, Lidl und Co. Doch wen könnten sie damit gemeint haben? Wir haben 8 Vorschläge.

«EDEKA braucht keinen Werberap - aber dich!» In ihrem neusten Bewerbungsaufruf für Ausbildungsplätze nehmen EDEKA gemeinsam mit Luciano ihre Konkurrenten Aldi, Lidl und Co. aufs Korn. Denn, zumindest im deutschen Sprachraum, ist mit dem Aufstieg Deutschraps zum gefragtesten Genre zu beobachten, dass grosse Unternehmen sehr gerne HipHop zu Marketingzwecken missbrauchen. Ob die dafür zuständigen Fachleute tatsächlich wie HipHop Sven aussehen, kann zwar bezweifelt werden, trotzdem ist das Video Anlass genug, um auf die fragwürdigsten Rap-Werbespots zurückzublicken.

«Aldi Preis»-Kampagne

«Paar Blumen für die Mutti - zum ALDI Preis, ab ans Meer, Tutti Frutti - zum ALDI Preis.» Früher verschickte ALDI noch Prospekte, um zu zeigen, bei welchen Angeboten man zuschlagen sollte. 2019 dann die revolutionäre Idee: Wieso nicht einfach einen Rap-Song mit einer Aufzählung des ganzen Sortiments füllen?

Leider blieb es nicht bei diesem Ausflug in die Urban Culture. Erst kürzlich launchte der Discounterriese seine eigene Streetwear-Kollektion - zum ALDI Preis. Auch HipHop Sven aus dem EDEKA-Spot hätte sich eigentlich Kleidung mit grossem «E»-Print gewünscht. Woher er die Inspiration wohl hatte…?

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Die Berliner Polizei - dein Homie und Helfer

«Wir sind für einander da!»: Die Idee ist lobenswert. Im Rahmen eines Projekts der Berliner Polizei, bei dem sie gemeinsam mit Jugendlichen des Soldiner Kiez’ neben Fussballturnieren und Festen auch Kochkurse organisierten, stellten sie auch diese Perle eines Rap-Songs auf die Beine. Anklang fand das gutgemeinte Video keine, die Umsetzung war auch leider etwas mangelhaft.

Aldi kann’s auch in Österreich nicht lassen

Weil’s in Deutschland so gut funktioniert hatte, musste natürlich auch bei der österreichischen Aldi-Tochter auf die Karte Rap gesetzt werden. Das Prinzip hinter dem «HOFER Preis»-Rap ist dan auch dasselbe wie bei dem des grossen Bruders. Wieso man die Line «Alle ab nach Malle zum HOFER Preis» im österreichischen und nicht im deutschen Clip einsetzte, bleibt ein Rätsel.

Disarstar und About You

Der Name Disarstar steht für Kapitalismuskritik. In seinen Songs positioniert er sich gerne als Stimme von unten, kritisiert das System, das egoistische Handeln der Gesellschaft und die Perspektivlosigkeit der Seinen. Disarstars Lebensrealität widerspricht dem ein wenig. Vor Jahren schon gab es für Fans Grund zum Stirnrunzeln. 2016 unterschrieb er einen Vertriebsdeal beim Major-Label Warner Music. Fans, die ihm damals noch verzeihen konnten und den Move zu rechtfertigen versuchten, stiessen spätestens ein Jahr später ans Ende ihres Lateins. Denn der Kapitalismuskritiker lieferte 2017 30 Sekunden lang austauschbare Motivationslines für Zalando-Konkurrent About You. Für die Brand eine Möglichkeit sich als individualitätsförderndes, junges und urbanes Unternehmen zu präsentieren, für Disarstar ein Werbespot, der ihn mindestens in Erklärungsnot brachte.

LVM Versicherung

Gibt es eine coolere Branche als die Versicherungsbranche? Wahrscheinlich nicht. Nicht überraschend, dass die LVM Versicherung deshalb auch den coolsten Rapper im Deutschen Sprachraum verpflichtete, um in ihrem Werbevideo zu performen: MC Fitti. Das Resultat: Ein Feuerwerk an Wierdness.

Der «Feierabend-Song» von Rügenwalder Mühle

Wie bewirbt man am besten eine neue Wurst? Genau, mit einem Karaoke-Contest zum eigens dafür produzierten Song mit unendlichen Würstchen-Referenzen. Dazu mit Das Bo einen Rapper engagieren, der seinen Zenit zum Airing-Zeitpunkt schon längst überschritten hat, und fertig ist das Wurst-Case-Szenario.

Sparda Bank hat die coolsten Angestellten

Rapper für Werbespots engagieren kann jeder. Richtig cool bist du als Unternehmen aber nur, wenn du zeigst, dass auch deine Angestellten die Jugend verstehen. Das wusste auch die Sparda Bank, weshalb sie vier Angestellte damit beauftragten, dich musikalisch ins Bankenwunderland zu befördern.

Zum Schluss: der Kultspot mit Alex Frei

Den Kultstatus kann man dem Zweifel-Werbesong nicht absprechen. Das Erfolgsrezept: Ein Schweizer Nati-Spieler, eingekleidet in Pimp-Mantel, von dem Xatar früher nur träumen konnte, klimpernde Goldketten und Trilby-Hut, weil das Rapper ja irgendwann mal getragen haben müssen, rappt die National-Hymne über einen «fetzigen» Beat. Auch wenn Alex Freis Rap-Skills eher begrenzt sind und sich unter dem dazugehörigen YouTube-Video Kommentare stapeln, die sich vor allem über das Zweifel-Video lustig zu machen scheinen, wird diesen Spot so schnell keiner vergessen.

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