«Ich habe nicht MEINE Schulden bezahlt»: Wieso die Schweiz und Loredana noch immer nicht so ganz zusammenpassen
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December
2020

Loredanas Interview bei SRF Virus

«Ich habe nicht MEINE Schulden bezahlt»: Wieso die Schweiz und Loredana noch immer nicht so ganz zusammenpassen

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2020

Loredanas Interview bei SRF Virus

«Ich habe nicht MEINE Schulden bezahlt»: Wieso die Schweiz und Loredana noch immer nicht so ganz zusammenpassen

«Ich habe nicht MEINE Schulden bezahlt»: Wieso die Schweiz und Loredana noch immer nicht so ganz zusammenpassen
Quelle:
YouTube | SRF Virus
Um für ihr neues Album «Medusa» auch hierzulande Welle zu machen, hat Loredana schon zum zweiten Mal mit Lukie Wyniger gesprochen. In einem 30 minütigen Face-To-Face-Gespräch tauschte sie sich mit dem Tete a Tete-Moderator über die Betrugsvorwürfe, die Schweizer Musikszene und ihr Album aus. Was beim Zusehen immer mitschwang, das Gefühl, dass Loredana und die Schweiz nicht so ganz matchen.

Für viele Hörer*innen ist es immer noch surreal, dass die grösste Schweizer Rapperin auch wirklich Schweizerin ist. Das liegt unter anderem an ihrem Werdegang, denn Loredana hatte ihren Blow-Up von Anfang an im Deutschrap, war von Anfang an in den deutschen Medien präsent und Rap-Fans hörten sie immer in blitzsauberem Hochdeutsch Musik machen und sprechen. In den Schweizer Medien hingegen wurde sie erst ab den Betrugsvorwürfen ein Thema, Interviews waren aber auch dort Mangelware. Trotz SMA-Auftritt war das jüngste Interview für einige also die erste Möglichkeit, Loredana überhaupt als Schweizerin wahrzunehmen und schweizerdeutsch sprechen zu hören.

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Obwohl sie über keinen Wegzug nachdenkt, ein Leben in der Schweiz scheint als Loredana auch gar nicht so einfach zu sein. Bekannt ist, dass sie in der Vergangenheit mit negativer und einseitiger Berichterstattung und einem Betrugsvorwurf zu kämpfen hatte. Zu voreilig positionierten sich, mehrheitlich Boulevardmedien, gegen die Rapperin und sprachen sie so indirekt schon schuldig. Ob diese Positionierung überhaupt berechtigt war, weiss man bis heute nicht. Denn die aussergerichtliche Einigung mit Petra Z. bedeutet nicht unbedingt ein Schuldeingeständnis. «Ich habe nicht MEINE Schulden bezahlt», meint Loredana nur. Viel mehr kann ihr auch Lukie nicht entlocken.

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Dass der Einfluss dieser Berichterstattung auf die Schweizer Öffentlichkeit nicht zu unterschätzen ist, zeigt das folgende Beispiel: Loredana beklagt sich darüber, dass sie jedesmal, wenn sie einreise, eine zusätzliche Stunde einberechnen müsse. Wieso? Weil es die Zollbeamten auf sie abgesehen hätten. Gründe für das «Loredana-Profiling»? Eine protzende Rapperin, die erst noch für massig negative Schlagzeilen sorgte, muss doch Illegales mitführen - nur blöd, dass die Beamten nichts finden.

Obwohl sie der aktuell erfolgreichste Musik-Star der Schweiz ist, vereint Loredana also einige Aspekte, die in ihren Augen, gar nicht so zur Schweiz passen. Zuerst: Loredana ist eine Rapperin und dann noch eine der «neueren Schule». Loredana meint, dass Rap in der Schweiz sowieso einen schweren Stand habe und auch die Schweizer Rapper nicht angenommen würden. Ihre These: «Die Schweiz hat die heutige Musik noch nicht verstanden.» Eine These, die begründen würde, wieso die Büezerbuebe und Co. die Charts dominieren. Zweitens, sie hat ein «Bad Girl»-Image und eckt an. Etwas, was sich die Roger Federers und Co. da draussen nie trauten. Zu guter Letzt: Der zurückhaltende Schweizer hat Mühe mit Leuten, die ihren Reichtum präsentieren. Loredana tut genau das. Sie trägt teure Designerkleider, fährt teure Autos und zeigt sich in glitzernden Ketten.

Obwohl Loredana immer wieder betont, dass ihr die öffentliche Meinung egal sei, inszeniert sich gerne als Opfer, sei es als Opfer der Medien oder der Schweizer Engstirnigkeit. Daran ist sie aber nicht unschuldig. Denn das Image scheint selbst gewählt. Dem Ganzen entgegentreten könnte sie, indem sie ihre Seite der «Betrugsstory» preisgibt. Dazu ist sie aber offenbar nicht bereit. Dass ihr dieses Image aber auf Dauer nicht taugt, zeigt der Umstand, dass sie sich der Schweizer Öffentlichkeit annähert, und sich zugänglicher und sympathischer zu zeigen versucht. Mit Körpersprache und Auftreten gelingt ihr das auch, fehlt nur noch, dass sie auch in ihren Aussagen etwas mehr Offenheit zeigt.

In einem Punkt entspricht sie aber ganz dem Schweizer Klischee. Obwohl sie gerne mit ihrem Geld angibt. Trotz mehrfachem Nachfragens von Lukie, will sie nicht so recht sagen, wie viel sie denn genau verdient.

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