Einige Highs, viele Lows: Ein paar Gedanken zur Cypher
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SRF Virus Bounce Cypher 2020

Einige Highs, viele Lows: Ein paar Gedanken zur Cypher

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2020

SRF Virus Bounce Cypher 2020

Einige Highs, viele Lows: Ein paar Gedanken zur Cypher

Damian Steffen
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Einige Highs, viele Lows: Ein paar Gedanken zur Cypher
Quelle:
Flavio Leone
Wie tausende Rap-Fans haben wir uns vergangenen Donnerstag vor dem Fernseher eingefunden, um zu sehen, wie sich die besten MCs des Landes um Kopf und Kragen rappten. Auf Vorfreude folgte Ernüchterung: Das ist unser Fazit zur Bounce Cypher 2020.

Zuallererst: Einige Kandidaten auf dem Line-Up haben (wieder mal) alles gekillt. Xen, Mimiks, Tommy Vercetti, Lo, Knackeboul und noch ein paar weitere Namen sind in Höchstform in die Cypher eingelaufen. Elan, Perfektionismus und Hunger - genau so sollte sich eine Cypher anfühlen.

Diese Rapper haben unter anderem abgeliefert:

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Die üblichen Verdächtigen

Während sich die alteingesessene Speerspitze der Rap-Szene um die Cypher-Krone battelt, fällt ein Grossteil des Line-Ups hinten ab. Newcomer und Underdogs verpassen — mit wenigen Ausnahmen — Jahr für Jahr ihre Chance, ein Ausrufezeichen zu setzen. Mit mittelmässigen Parts und den immergleichen Punchlines rasiert man keinen Event. Im Gegenteil: Die Attraktivität eines mit viel Passion aufgebauten Live-Spektakels droht, dank halbherziger Leistungen vieler MCs, zu sinken.

Wo bleibt die Innovation?

Wo sind die Parts, die frischen Wind ins Game wehen, die catchen, die verblüffte Minen im Studio und auf den Bildschirmen hinterlassen. Auch der wohlwollendst gesinnte Rap-Fan ist irgendeinmal gelangweilt von der Kreativitätslosigkeit und der fehlenden Innovation vieler Kandidaten. Nur wer mutig ist, kann gewinnen. Die Aufgabe, sich Jahr für Jahr neu zu erfinden, hat sich beispielsweise LCone gesetzt — und auch in der 2020er-Edition setzt er das Ziel meisterhaft um.

Die Cypher als Ritterschlag

Früher war eine Einladung zu Pablos Live-Event eine Ehre. Sich vor der versammelten Rap-Schweiz präsentieren zu dürfen, heizte die Motivation auf Top-Levels. Heute reihen sich mittelmässige Parts an Komplett-Reinfälle. Wer wegen zu vielen Substanzen nicht abliefert und wessen Pupillen eher an Goa-Konzerte, als an Radio-Studio erinnern, sollte sich vielleicht nicht ans Mikrofon stellen. Das ist eine Frage des Respekts - und es würde die Durchschnitts-Qualität drastisch erhöhen.

Ob es 99 Rapper in den sieben Stunden wirklich braucht? Wir zweifeln etwas. Durch Verknappung des Line-Ups eine Einladung wieder zu einem Ritterschlag zu machen und die Wackness in den vernebelten Home-Studios zu lassen, würde unserer Meinung nach dem Konzept der Cypher und der ganzen Kultur gut tun.

Der ganzen Ernüchterung zum Trotz: s/o ans ganze Virus-Team für die Passion, die in der Cypher steckt. Danke Pablo, Livio, Luk, Mitch Cuts und OB ONE. Much love und bis nächstes Jahr <3

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