Flashback History: «1997»
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2020

Eine Reise durch die CH-Rap-History

Flashback History: «1997»

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Eine Reise durch die CH-Rap-History

Flashback History: «1997»

Moritz Wey
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Flashback History: «1997»
Quelle:
YouTube, www.primitivelyrics.ch
Wie war das damals, als Schweizer Rap noch in den Kinderschuhen steckte? Wir nehmen dich mit auf eine Reise zurück und widmen uns Jahr für Jahr den wichtigsten Veröffentlichungen, Geschehnissen und Charakteristika des Mundart-Raps. Dafür recherchieren wir und unterhalten uns mit Zeitzeugen, erheben aber trotzdem keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Jahr 1997 haben sich die sieben Zürcher Jungs von Primitive Lyrics in der Szene bereits bewiesen. Drei Jahre nach ihrem Erstling «Halbi Nüni Chlorzit» releast die Band das 15 Tracks starke Album «PLAG». Darauf findet sich beispielsweise das ziemlich witzige Stück «Züri Date», von dem sich wohl die Jungs von Sektion Kuchikäschtli fünf Jahre später für ihren legendären Song «Swissdate» konzeptionell haben inspirieren lassen. Auf «PLAG» hört man auch von E.K.R. wieder Zeilen, für die man ihn feiert: «Schwiizerdütsche Text aber ke Ländler, und mini Stimm tönt so geil, s Mikrofon het en Ständer».

Ein Jahr nach seiner Gründung bringt der Wrecked Mob mit «Microphon Testa» erstmals Musik an den Mann und die Frau. Welche Attitüde das Kollektiv damals ausstrahlte, zeigt die Live-Aufnahme aus jenem Jahr:

Auch hier hat‘s der geneigte Fan mit einer grösseren HipHop-Posse zu tun. Die acht Köpfe rund um den HipHop-Aktivisten Shark, den Churer Frontman-MC Spooman und unseren Zeitzeugen und Rapper Shape kommen aus allen Gegenden der Schweiz und der Welt. Shark, aus Luzern, betrieb das Kleiderlabel «Wrecked», einen Laden in der Altstadt, und organisierte nebenher Parties. Er war die wichtige Connection, die auch den Deal mit Sony Music Schweiz an Land zog, so Shape. Ihre erste Single bei Sony folgte noch im selben Jahr:

Im Jahr 1997 hörte man schliesslich noch von zwei weiteren neuen Namen. Für den Baselbieter MC Poet, der als Sek-Schüler von Shape an die HipHop-Kultur geführt wurde, produzierte der Wettinger DJ Dimos zu Hause im stillen Kämmerlein ein smoothes Instrumental zu «Exklusiv». Mit seiner Zimmerproduktionsstätte war er ein Pionier – alle anderen nahmen den zeit- und kostspieligen Weg ins gemietete Studio auf sich. Er habe diese Freiheit gezielt genutzt, um seinen Sound zu perfektionieren, so Shape Jahre später. Es war damals noch niemandem bewusst, dass diese beiden Herren, insbesondere DJ Dimos, den Schweizer Rap noch lange mitprägen würden. In der Retrospektive bleibt es für Shape ein «Start in eine neue Ära».

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