Xen sammelt Einwanderungsgeschichten seiner Fans
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June
2019

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2019

Xen sammelt Einwanderungsgeschichten seiner Fans

Xen sammelt Einwanderungsgeschichten seiner Fans
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Das Release von «Meh welle» stiess auf positive Resonanz. Viele seiner Fans meldeten sich direkt beim Dietiker Rapper. Auf Instagram äusserte sich dieser dankbar und rief seine Community darauf mittels Hashtag #mehwelle dazu auf, ihm – im Stile des Songs – Lebensgeschichten der Eltern zukommen zu lassen, um sie wiederum über seinen Kanal zu verbreiten. Wir haben euch seine Auswahl zusammengefasst.

Der Song «Meh welle» handelt nebst Xens Absichten und Dankbarkeit auch von seinem Vater, der seinen Kindern mehr bieten wollte, als das, was er selbst hatte. Eine Geschichte einer Einwanderung, einem Neuaufbau in der Fremde, die mit viel Ungewissheit, Verzicht und Geduld vonstatten gehen musste. Das Schicksal der Diaspora – zwischen der Herzensheimat und der Wahlzukunft. Letztlich ist sie auch eine Geschichte des sozialen Aufstiegs, wie es sich viele – auch Eltern ohne Migrationshintergrund – für ihre Liebsten wünschen. «Meh welle» teilt diese Geschichte offen und ehrlich – und berührt damit all jene, deren Eltern ebenfalls ihre Heimat verliessen, um ihrer Familie mehr Möglichkeiten zu bieten.

Unter den von Xen geposteten Rückmeldungen findet sich auch die Geschichte von Reza, dem jüngsten Mitglied des Labels Physical Shock. Von seinen Wurzeln im Iran, bis zur Ankunft in der Schweiz und dem Aufwachsen ohne Mutter erklärt auch er, wieso er immer «meh» wollte.

Berührt und angesprochen fühlten sich aber auch Fans, die es aus verschiedenen Gründen nicht leicht hatten in ihrem Elternhaus. Xen fand auch für sie Platz in seinen Instagram-Stories.

Angetan von dieser solidarischen Aktion, erzählte auch unsere Korrektorin und Journalistin Dilara spontan die Einwanderungsgeschichte ihres Grossvaters:«naja, es isch haut immer so chly di ähnlechi story. u bi viune isch dr uslösend grund d armuet, d hoffnig ufne perspektive, u drmit ou sire familie öpis bessers chönne z biete.für mi grosspapi het z läbe bispiuswis u früe ahgfange. är het mit 11 d schueu müesse abbräche und afah schaffe, wöu me het müesse mithäufe, d familie über d rundi z bringe. steu dr vor, sone chline zwärg im riesige istanbul tagtäglech ungerwägs zum ga cash verdiene. wie o immer, irgendeinisch heter när mis grosi kenneglehrt u di eigeti familie isch ahgstange. die heter aber nid in istanbul wöue erzie, hetne o öpis wöue chönne biete. so hetsechs ergä, dasser mit 28i afangs 70er quasi ir erste garde ihwanderer us dr türkei isch drbigsi. het hie när o i sim ursprüngleche bruef, isch glernte schlosser gsi, chönne bügle. dr lohn isch natürlech verglichswis lächerlech gsi, het drum am afang o ire wg mit angerne büezer gwohnt. drum heter z grosi u sis erste ching o no nid chönne mitnä id schwiz. item, är het natürlech kes wort dütsch chönne woner hie isch ahcho. jz steudr vor bisch us moslem i de 70er ir migros, griffsch us finanzielle gründ zur dose statt zum früsche ässe - aber was nimmsch, we ni weisch, was druff steit, was drinn isch, was chasch ässe, u was ni?äbe irgendeinisch drufhin hetsech sini situation chly verbesseret, är het frou u ching chönne hole, u es si 3 witeri ching gfougt. dr existenzkampf isch natürlech witergange, u z grosi het hie am fliessband afa schaffe, aber z gäud isch haut glich u huere knapp gsi, obwou d grosseutere soviu wi müglech gschaffet hei. si hei haut nid guet verdient. auso hetme eigetlech z läbe "verschaffet", ir hoffnig de ching es bessers läbe chönne z biete. d ching si aber haut chly z churz cho bi au dere arbeiterei. schlussändlech isches so, dass iri ching das wo ine gfäut het, ar nächste generation, auso mir u mine cousins, hei wöue ermügleche. mini tante hets meh mitem materielle gmacht u iri kids verwöhnt, di si immer uptodate gsi mit aune spili, konsole etc. bi mir hets im gägesatz drzue büecher gä, u mis mami hetmr immer klar gmacht, dass e solidi usbiudig aues isch - u mir es studium ermöglecht, wo si sech o immer gwünscht hät, aber nie drinn gläge isch.aues i auem isch zum glück d liebi ir fam gratis, u o z wichtigste, weni gse wiviu mini mere für mi gmacht het, u wie dases scho jz mini prio isch, ire es bessers läbe chönne z biete. i bechume ds bedingigslose "wöue zrügggä" haut o dür mis mami mit, wo mi grosspapi, wo jz auzheimer het, huere ungerstützt. ds fingi aber absolut real, u es git nüt überne fam, wo dr struggle zäme düremacht - und im umchehrschluss wot, dases de angere o guet oder besser geit.»Gestern meldete sich Xen mit besonders frohen Nachrichten: Zum zweiten Mal wurde der Dietiker Vater. Wir senden ihm herzliche Gratulationsgrüsse.

«Meh welle» wurde vor circa zwei Wochen releast. Das Cover zur Single zeigt Xens Vater.

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