Tommy Vercetti schreibt einen offenen Brief über seinen SMA-Boykott
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2020

Die fünf wichtigsten Statements

Tommy Vercetti schreibt einen offenen Brief über seinen SMA-Boykott

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Die fünf wichtigsten Statements

Tommy Vercetti schreibt einen offenen Brief über seinen SMA-Boykott

Tommy Vercetti schreibt einen offenen Brief über seinen SMA-Boykott
Quelle:
Moritz Keller
Bald steht der grösste Musikpreis des Landes wieder an. Den bereits für Tommy Vercetti reservierten Platz dürfen die Organisatoren allerdings anderweitig verwenden. Tommy glänzt mit seiner Abwesenheit. In einem offenen Brief erklärt er, was aus seiner Sicht falsch läuft.

Dass Tommy eine Einladung an die grösste Musikpreisverleihung der Schweiz abgelehnt hat, weiss man spätestens seit der Cypher. Auf den Seitenhieb lässt der Berner einen offenen Brief folgen - und dieser hat es in sich. Wir haben die fünf wichtigsten Statements gesammelt.

«SMAs nominiert, SMAs abgseit. Mir wei ke Zirkus, mir wei üse Ateu.» Dass er kein Freund der Award-Gala ist, machte Vercetti schon mehrfach deutlich.

In der Wochenzeitung gab Vercetti detailliert Einblick, warum er denkt, dass es bei den Swiss Music Awards falsch läuft. Im offenen Brief vom 20. Februar argumentiert Tommy:

«An diesem Anlass beweihräuchern sich fleissig selbst: brotlose ausgelaugte Musikschaffende; eine völlig inkompetente Musikbranche, die ihre Krise mit ihrer Ratlosigkeit gegenüber dem technologischen Wandel selbst hervorgebracht hat.»
«Nomination und Wahl basieren hauptsächlich auf Verkaufszahlen, Streams und Voting. Die SMA funktionieren also nicht als qualitätsorientierte Auswahl und Förderung, sondern reihen sich lediglich in die ohnehin problematischen kommerziellen Echokammern ein.»
«Die korrekte Reaktion auf die gebotene ›Plattform‹ wäre also nicht ein demütiges ›Danke schön‹, sondern: ›Wie viel zahlt ihr für die unlimitierte und breit gestreute Verwendung meines Namens, meiner Bilder und meiner urheberrechtlich geschützten Musik?‹ Die KünstlerInnen werden nicht ›gefördert‹, sondern in erster Linie als Werbecontent instrumentalisiert und ausgebeutet.»
«Da tritt man etwa an einem Festival auf, und jeder, der da arbeitet, verdient letzten Endes mehr als man selbst. […] Eine Industrie, die massiv Geld macht und dabei die Risiken, den Innovationsdruck, die Gratisarbeit an die KünstlerInnen auslagert – das heisst schlicht: die Musik nicht pflegt, sondern ausbeutet. Und dies auch noch rechtfertigt mit dem zweifelhaften Privileg, ein paar Stunden wie ein Pfau durchs Gelände stolzieren zu dürfen, mit der ›Leidenschaft‹ (die Künstlerin machts ja gern) und dem Imperativ, ›mit der Zeit zu gehen‹ (als wäre die Entschädigung pro Stream eine Frage der technologischen Entwicklung und nicht eine ökonomisch-politische).»
«Das meine ich nicht kulturpessimistisch, sondern weil ich trotz eines Platz-1-Albums nicht weiss, wie ich das nächste Album finanzieren soll. Die SMA machen keine Musikförderung, sie inszenieren sie bloss.»

Harte Anschuldigungen bringt Vercetti also vor. Den ganzen Brief kannst du hier nachlesen.

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