«Morukmodus war das Trainingslager»: Didi im Interview
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2020

Cover-Symbolik, das «Morukmodus»-Feeling und Corona-Struggles

«Morukmodus war das Trainingslager»: Didi im Interview

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Cover-Symbolik, das «Morukmodus»-Feeling und Corona-Struggles

«Morukmodus war das Trainingslager»: Didi im Interview

«Morukmodus war das Trainingslager»: Didi im Interview
Quelle:
Yannis Blättler (@yung_eye)
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Mit seinem Release Mitte April markierte «Morukmodus 3» den letzten Streich von Didis Album-Trilogie. Der NoBasic-OG hat mit LYRICS über die Symbolik dahinter, die Gang und Corona-Struggles geredet.

Didi gehört in der Schweiz schon seit längerem zu der A-Liste unter den Rappern. Mit seinem neusten Release, «Morukmodus 3», schliesst er eine Trilogie ab, die gespickt ist mit Heavy-Hitter-Features, Hochglanz-Productions und Bangern wie «Elleboge Dobe», «Gangsht» und «Überlegg». Stets reflektiert, motiviert und «ume». So zeigt sich Didi auch auf MM3, dem vierten Album in vier Jahren.

Wer deine Musik hört, merkt: Die «Gang Gang» bedeutet dir viel.

Die Menschen in meinem Umfeld pushen und inspirieren mich am stärksten. Darüber hinaus gehe ich mit offenen Augen und Ohren durchs Leben, immer auf der Suche nach Inspiration. Ich interessiere mich einfach für andere Menschen und so kann es auch sein, dass mich ein Uber-Fahrer mit seiner Lebensgeschichte inspiriert.

Apropos Inspiration: Auf dem Album-Cover von MM3 taucht ein treuer Freund von dir wieder auf, die Taube.

Genau. Sie kämpft in einem Sturm gegen die Schlange. Das Artwork hat Ink 51 gezeichnet. Er ist ein guter Freund von mir und sticht sonst Tattoos. Mir gefallen der japanische Stil und die Energie, die Wirkung, die das Cover auslöst. Es ist genau so, wie es sein muss.

Welche Bedeutung hat die Taube für dich? Schliesslich hattest du dieses Symbol bereits bei deinem letzten Tape auf dem Cover.

Für mich ist die Taube in den letzten Jahren zu einem persönlichen Symbol geworden. In meiner alten WG haben sich plötzlich Tauben auf dem Balkon eingenistet. Damals ging es mir persönlich nicht sehr gut und die Taube habe ich als Zeichen gedeutet, dass es wieder bergauf geht.

«Tauben sind im Schwarm unterwegs und haben eine ausgeprägte Loyalität. Ich kann mich sehr gut mit diesem Tier identifizieren.»

Bist du ein abergläubischer Mensch?

So weit würde ich nicht gehen. Aber ich habe definitiv eine Affinität für das Spirituelle und nehme Zeichen und Symbole wahr, wenn sie auftauchen.

Aber die Taube hat ja nicht gerade den besten Ruf.

Das stimmt. Der Taube wird gerne nachgesagt, sie sei die «Ratte der Lüfte», doch so ist es nicht. Tauben sind vielseitig, schön und gehören mittlerweile zum Erscheinungsbild jeder Grossstadt. Sie sind im Schwarm unterwegs und haben eine ausgeprägte Loyalität. Ich kann mich sehr gut mit diesem Tier identifizieren.

Du mischst auf deinen Tapes emotionale Songs mit Party-Tracks. Ist die Morukmodus-Reihe für dich eine künstlerische Spielwiese oder hast du ein Ziel damit?

Musik ist für mich immer Selbsttherapie. Ich spüre den Entzug schon, wenn ich eine Woche nicht im Studio war. Morukmodus ist das Trainingslager, das mich fit gemacht hat für alles, was jetzt kommt. In dieser Trilogie habe ich während tausenden von Stunden im Studio meinen Sound gefunden, ihn verfeinert und gefestigt.

Und jetzt ist die Trilogie abgeschlossen?

Ja. Für mich war Morukmodus immer eine Trilogie. Vierte und fünfte Teile kommen selten gut – sei es in der Musik oder im Film. So ist es eine runde Sache. Jetzt kann ich mich wieder etwas neuem widmen.

«Bei NoBasic ist es uns wichtig, dass wir einen anderen Weg einschlagen als alle anderen, und in solchen Momenten liegen unsere Chancen, genau das zu tun.»

Welche Struggles entstehen, wenn man inmitten der Coronakrise ein Tape releast?

Am meisten fehlen mir die Konzerte, die jetzt zwangsmässig ausfallen. Klar gibt es Livestreams und wir haben auch mit Rap City ein Balkonkonzert in meinem alten Block veranstaltet, aber das Gefühl, auf der Bühne zu stehen, ist für mich das Nonplusultra.

Hattet ihr auch administrative Probleme?

Ja, die CDs sind zum Beispiel am Zoll hängengeblieben und der Merch ist verzögert. Grundsätzlich geht alles langsamer voran, dagegen ist man machtlos. Videodrehs sind in dieser Zeit auch nur noch stark vereinfacht möglich.

Mit dem Video zu «Überlegg» habt ihr aber eine spannende Lösung gefunden.

Voll. Unsere Fans und auch diverse Persönlichkeiten haben zuhause Videos von sich aufgenommen, die wir dann zusammengeschnitten haben. Daraus ist ein unterhaltsames, geiles Video entstanden, das auch entsprechend gut ankam.

Hast du aus dieser speziellen Situation auch etwas gelernt?

Als Musiker, aber auch allgemein im Leben, ist es extrem wichtig, flexibel zu sein. Nur weil die Promophase fünfmal gleich ablief, heisst das nicht, dass sie auch ein sechstes Mal so aussehen muss. Bei NoBasic ist es uns wichtig, dass wir einen anderen Weg einschlagen als alle anderen, und in solchen Momenten liegen unsere Chancen, genau das zu tun.

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