Openair Frauenfeld: So lassen sich die Konzertgänger charakterisieren
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July
2019

Mero, Marteria, Cardi B, $uicideboy$

Openair Frauenfeld: So lassen sich die Konzertgänger charakterisieren

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July
2019

Mero, Marteria, Cardi B, $uicideboy$

Openair Frauenfeld: So lassen sich die Konzertgänger charakterisieren

Damian Steffen
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Openair Frauenfeld: So lassen sich die Konzertgänger charakterisieren
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Am Openair Frauenfeld zählt das Äussere, wie wohl an sonst keinem Festival. Weil die Besucher durch ihre Kleidung und Auftreten ihr Inneres ausdrücken, fällt es uns umso einfacher, zu erkennen, was die Leute wohl für Musik hören.

HipHop ist gewachsen und hat sich vervielfältigt – keine neue Erkenntnis. Die Anzahl von Sub-Sub-Genres steigt von Jahr zu Jahr: Alternative Rap, Horrorcore oder der gerne als Shisha-Rap bezeichnete Sound aus Deutschland. Das Openair Frauenfeld hat es auch dieses Jahr wieder geschafft, ein Line-Up aufzustellen, das sehr viele dieser Stile kombiniert. Wer vorzugsweise an den Konzerten der verschiedenen HipHop-Ausprägungen anzutreffen ist, konnten wir gleich vor Ort beobachten. Die Charaktere sind natürlich bewusst etwas karikaturistisch skizziert und mit Humor zu verstehen.

Mero: Die jüngsten am OAF

Was auffällt ist, dass die Mero-Fans definitiv jünger sind als der Durchschnittsbesucher. Ausgerüstet mit augenscheinlich gefälschten Gucci-Taschen und Versace-Shades stürmten sie am Samstag die Soul City. Einige tausende Snapchat- und Instagram-Stories später, ist der Auftritt des Deutschrap-Newcomers auch schon vorbei – was aber noch einige Zeit im Gehörgang nachhallt, ist das Gekreische seiner Fan-Girls.

$uicideboy$: Edgy Boys united

Müde Augen traf man am gestrigen Abschluss des Festivals. Für die Selbstmord-Burschen scharten sich einige tausende Anhänger vor der Stage. Schwarze Oversized-Hoodies, vom Schlamm kaum erkennbare Vans und dicke Silberketten: So lässt sich ein grosser Teil des Publikums beschreiben. Fast schon okkultisch werden Moshpits initiiert, die von Gegröle um Suizid und Drogenüberdosen begleitet wird. Dabei werden die sonst schon gewollt unordentlichen Haare nocheinmal durchgeschüttelt.

Cardi B: Von Frau für Frau

Diese Charakterisierung fällt wohl am einfachsten, denn die Frauen hatten beim Cardi B Auftritt klar die Überhand. Frauen von allen Grössen, Hautfarben und Kleidungsstilen fröhnten ihrem Idol am Eröffnungstag. Vor lautstarken Gesangs- und körperbetonten Twerking-Einlagen konnte man nicht entkommen.

Marteria & Casper: Die Mainstream-Hörer

Wer sich allerdings mit keinem der neueren Sub-Subgenres identifiziert, den wird man am Marteria & Casper-Auftritt treffen. Aus dem Radio kennt er vielleicht «Lila Wolken», «So perfekt» und bei «Bengalische Tiger» wagt er sich vielleicht sogar in einen dieser wilden Kreise vor. Dass er nicht tief in der Materie drinnen steckt, ist ihm egal. Schliesslich ist er einfach auf dem Frauenfeld, um mit seinen Kollegen eine gute Zeit zu verbringen. Man erkennt den Mainstream-Hörer an seinen passend geschnittenen Shirts, seiner Uni-Shorts, seiner klassischen schwarzen Ray-Ban-Brille und dem Cap, welches er vor 10 Minuten an einem Werbestand in die Hand gedrückt bekommen hat.

Serious Klein: Der hochnäsige Rap-Kenner

«Rap muss lyrisch sein.» Diesen Satz hört man den Rap-Kenner murmeln, wenn er in der Wartschlange der La Fabrik steht. Sein übergrosses White-Tee, den vorgedrehten Jibit hinterm Ohr und seine diskussionsbereite Körperhaltung verraten ihn. Sogar wenn sich die umstehenden Personen leicht genervt abwenden von ihm, will er dir erklären, warum Kendrick Lamar der beste Rapper ist und warum man ihn nie bei so oberflächlichen, stupiden Auftritten wie diesen von Lil Baby sieht.

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