In diese Rapper hatten wir grosse Hoffnungen gesteckt
Friday
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9
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September
2020

Nicht die ganz grosse Karriere

In diese Rapper hatten wir grosse Hoffnungen gesteckt

Friday
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September
2020

Nicht die ganz grosse Karriere

In diese Rapper hatten wir grosse Hoffnungen gesteckt

In diese Rapper hatten wir grosse Hoffnungen gesteckt
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Der Schweizer Musikmarkt ist klein und deshalb umso härter: Viele Rapper starteten mit grossen Vorschusslorbeeren in ihre Karrieren, bei einigen blieb der erwartete grosse Wurf aber aus. Eine Sammlung von Rappern, die leider (noch) nicht so gross wurden, wie man gehofft hatte.

Arthi & Jears

So richtig auf der Bildfläche erschienen Arthi & Jears 2015. Am Bounce Cypher 2016 folgte der Total-Abriss. Arthis «Schoggisiite»-Line bleibt eine der besten und prägnantesten Lines der Cypher-History - kein Wunder, dass sie im selben Jahr den LYRICS Award für den besten Cypher-Part abholten. Man konnte also Grosses vom Alli Eis-Duo erwarten. 2017 dann die EP «Uhrprung» mit Ruff: ein Tape vollgestopft mit hoher Technik, Boom bap-Beats und Flowvariationen. Danach fehlte nur noch das Debüt-Album um der Karriere den nötigen Kick zu geben - doch darauf warten wir noch heute. Bis auf vereinzelte Singles, Features und Cypher-Parts gab es seit 2018 keinen wirklichen Output mehr.

Unser Artikel zur Single «Tekken» war der viertmeist-geklickte Track-Artikel 2019. Das zeigt, dass das Interesse  an den Ustermer Rapper noch immer gross ist. Vielleicht packen sie ja den ganz grossen Durchbruch noch, das Potenzial wäre auf jeden Fall vorhanden.


Larry F

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Larry F der Inbegriff eines One-Hit-Wonders. Der 2009 releaste Hit «Ufojugend» prägte eine ganze Generation mit. Schliesslich war er auch der Titeltrack der Kultsendung «Jung, wild und sexy». Der Song landete zudem auf mehreren Compilations wie „die grössten Schweizer Hits“- heute käme das quasi einer Playlist-Platzierung gleich. Larry F kostete den Erfolg aus, tourte durch die ganze Schweiz und trat sogar am OAF auf.

Das darauffolgende Album «Irgendöppis Mit 2000» war dann schon etwas weniger erfolgreich und erreichte noch Platz 42 in den Charts. Danach wurde es ruhig um Larry F. Sehr ruhig. Erst 2019 meldete er sich nach 5-jähriger Kreativpause mit dem Song «Polarbär» zurück. Seither herrscht wieder Stille.


Liba

Physical Shock ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Zu dieser gehört auch der Winterthurer Liba. Der PS-Sampler spedierte ihn in die Riege der absoluten Top-Rapper. Denn Liba schaffte etwas fast Unmögliches. Über die volle Albumlänge hielt er mit Xen und EAZ mit, lieferte massgenaue Flows und überzeugte mit überragenden Reimschemata. Liba hatte alles für eine grosse CH-Rap-Karriere. Er hatte die Technik, das Talent und ein erfolgsversprechendes Umfeld.

Trotzdem spielt er heute nicht in der CH-Rap-Super League mit. Nach dem Austritt aus dem PS-Camp folgten nur noch etwas mehr als eine Handvoll Songs, meist auf hochdeutsch - der Erfolg blieb bis anhin trotz Sprachwechsel aus.


Dope Kid

2017 war Dope Kid die Hoffnung des Aargauer Raps. Der Badener, der zum 5K-Camp gehört, riss Anfang des Jahres den Bounce Cypher ab und holte sich bei seinem ersten Cypher-Auftritt gleich einen Buzzer ab. Dope Kid pickte harte, moderne Beats, spittete voller Angriffslust und überzeugte mit einem hässigen Vortrag.

Im selben Jahr droppte er das Album «Phantom». Im Vorfeld wurde er sogar vom deutschen Rap-Magazin backspin.de gefeaturet. Dort wurde sogar vom Angriff auf den deutschen Markt gesprochen. Das Album chartete auf dem stabilen 22. Platz der Hitparade.

Anstatt darauf aufzubauen und nachzulegen, zog sich Dope Kid immer mehr zurück und droppte nur noch 2-3 Songs pro Jahr. Vereinzelt sammeln diese Singles zwar immer noch über 50k Streams, der ganz grosse Wurf lässt aber noch auf sich warten.

Freezy

21-jährig releaste Freezy die EP «Runawaykids». Und brachte eine neue Facette ins CH-Rap-Game. Ohne Angst davor, Schwäche zu zeigen, sprach er in seinen Songs die psychischen und emotionalen Probleme seiner Generation aus. So sammelte sich eine stabile Fanbase an. Das Ganze gipfelte im 2014 erschienenen Debüt-Album «Flugangst». Freezy rappte über Ängste, Liebe und Trennungsschmerz und malte so ein Bild, mit dem sich die Vorstadtkids identifizieren konnten.  

2016 folgte das Album «Us de Vorstadt». Freezy stieg auf Platz 8 in die Charts ein. Die Standout-Single «Als hettemer en Grund» mit Mimiks und Ali war einer der CH-Rap-Tracks des Jahres. Doch war das bereits der Peak? Auf das Album folgten nur noch vereinzelte Singles und anstatt auf dem höchsten CH-Rap-Level mitzuspielen, verschwand Freezy ein wenig aus den Köpfen der Rap-Fans.

Immerhin, seit August ist ein Release mit Bossnak angekündigt. Schafft es Freezy sich damit wieder ins Spotlight zu stellen?

Ben Whale

Ben Whale hatte alles, um gross rauszukommen. Die Stimme, die Attitude und den Mass-Appeal. Seinen Blow-Up hatte er um 2016. Er wurde unter anderem von uns  als Best Breaking Act ausgezeichnet und war auf dem Mani Matter Tribute-Album neben Grössen wie Lo & Leduc, Baze und Steffe La Cheffe vertreten. Seine Musik war schwer einzuordnen, hatte aber mit seinem Mix aus Rap und RnB grosses Potenzial.

2018 releaste er die atmosphärische EP «Sonar». Das Interesse war da aber schon etwas abgeebbt. Die EP chartete entsprechend nur auf Platz 94 der Hitparade. 2019 releaste er dann noch zwei Solo-Singles, 2020 war es noch eine. Letztes Lebenszeichen: Ein Feature auf dem Song «2.30 AM» des Newcomers ENZO.

Bab’s Cool

Bab’s Cool rappte schon mit 12 Jahren. 2005 releaste er bereits das erste Mixtape und machte sich nach und nach einen Namen in der Bieler Underground-Szene. Nach den Auftritten beim Cypher 2018 und 2019 sollte dann endlich das heisserwartete Debüt-Album «#ebandeli» droppen. Bab’s Cool versprach darauf authentischen kongolesischen Sound. Die Pre-Listening Party zum Album fand 2019 statt. Das Album erschien bis heute nicht.

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