Faires Verhalten auf Konzerten und Festivals – So geht's
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Faires Verhalten auf Konzerten und Festivals – So geht's

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Faires Verhalten auf Konzerten und Festivals – So geht's

Faires Verhalten auf Konzerten und Festivals – So geht's
Quelle:
stock.adobe.com © Blue Planet Studio (Datei-Nr.: 194669942)
Wir wollen gleich sagen, dass sich dieser Artikel natürlich nicht an alle Hip Hop-Fans richtet. Niemand will pauschalisieren und alle über einen Kamm scheren. Wir als HipHop-Magazin haben eine Leserschaft, bei der wir uns sicher sind, dass sie den Künstlern und Konzert-, wie Festivalveranstaltern grösstenteils mit Respekt begegnet. Allerdings ist auch niemand von uns perfekt und wir machen alle mal Dinge, die eigentlich nicht ganz so cool sind. Oder wir folgen Trends, die sich kritisieren lassen. Weil sich diese Dinge häufen und es uns nervt, dass manche Konzert- und Festivalbesucher sich in unseren Augen immer wieder unangemessen verhalten, wollen wir uns heute mal beschweren. Und dazu aufrufen, am eigenen Verhalten zu arbeiten. 

Lasst die Handys auch mal in der Tasche!

Man kann es gar nicht oft genug sagen und nein, es ist auch nicht hip oder cool, sich darüber zu beschweren, es ist einfach nur notwendig: Bitte, bitte, liebe Smartphonejunkies und Social Media Süchtigen, behaltet euer Handy doch während eines guten Konzerts auch mal eine Stunde lang einfach in der Tasche. 

Wir haben überhaupt nichts dagegen, wenn man mal ein Foto macht und ein paar Sekunden seinen Lieblingstrack mitfilmt. Was wir verurteilen und stark kritisieren, sind Menschen, die gefühlt das gesamte Konzert mitfilmen. Leider gibt es davon nicht wenige, weshalb, sobald es vor einer Bühne dunkel wird, manchmal ein regelrechter Sternenhimmel aus Handy-Bildschirmen erstrahlt. 

So romantisch das klingen mag, wenn man förmlich gezwungen ist, sich diesen Himmel permanent anzuschauen und somit vom Geschehen auf der Bühne abgelenkt wird, dann ist das absolut nicht mehr schön. Auf einem Konzert sollte man die Musik geniessen und die Live-Erfahrung auskosten. Filme der Künstler gibt es im Internet genug, das muss man als Amateurfilmer nicht auch noch einen eigenen Handyfilm drehen. Also bitte, lernt, die Musik wieder live zu geniessen und im Moment zu sein. Dann verpasst ihr auch die besten Momente nicht, weil ihr nicht gerade irgendwas am Bildschirm rumfummeln müsst!

Ach und bitte blitzt nicht auf Konzerten! Niemals! Das lenkt im schlimmsten Fall sogar die Künstler ab und das will man als Fan ja wohl nicht.

Macht Fotos für Euch und nicht nur für Instagram!

Bleiben wir noch kurz beim Thema Fotos und Videos. Ursprünglich, also in Zeiten vor dem Internet und vor allem den sozialen Medien, hat man Fotos tatsächlich zur Erinnerung gemacht. Man hat sich Mühe gegeben, Momente einzufangen, die einem selbst etwas bedeuten und die man vielleicht noch einmal nacherleben möchte.

Heute dagegen werden Fotos und Videos oft nur noch gemacht, um sie danach im Internet verbreiten und Likes kassieren zu können. Dann fühlt man sich kurz besser, weil man Bestätigung bekommen hat. Aber ganz ehrlich, diese Bestätigung hat keine lange Halbwertszeit und die solltet ihr euch lieber irgendwo anders holen.

Macht doch stattdessen einfach mal wieder gezielt Fotos und Videos auf Konzerten, wenn ihr denkt, dass es für euch jetzt relevant ist. Fotografiert auch mal Dinge, die sich vielleicht nicht auf Instagram stellen lassen, aber die ihr lustig oder cool oder ungewöhnlich findet oder die vielleicht nur ein enger Freundeskreis versteht. Zieht diese Fotos doch auch mal wieder ab oder lasst nach einem tollen Festival gar ein Fotobuch als Erinnerung binden oder etwas Ähnliches. So könnt ihr euch viel besser an Geschichten erinnern und diese wieder visualisieren, als wenn ihr euer "makelloses" Instagram-Profil durchscrollt. Die digitalen Bilder sind vielleicht nicht einmal für immer, etwas, was ihr in der Hand haltet, dagegen in der Regel schon.

Denkt an die Menschen um euch rum!

Die anderen Konzert- oder Festivalbesucher um euch rum, das sind echte Menschen. Menschen, die das gleiche Geld bezahlt haben, wie ihr und die deshalb auch gleich viel von dem Konzert haben sollen dürften. Vermiest es ihnen nicht, indem ihr euch so benehmt, als wenn sie gar nicht da wären.

 Das fängt beim erwähnten Mitfilmen mit dem Handy an – wenn ihr euer Gerät die ganze Zeit hoch in die Luft haltet, sehen die Leute hinter euch mitunter nicht mehr so gut. Schliesslich sind dann Arme und ein heller Bildschirm im Weg. Weiterhin ist es einfach nicht cool, andere anzurempeln. Auch, wenn ihr euphorisiert seid und rumhüpft und ausgelassen zur Musik tanzt. Versucht das bitte so zu machen, dass niemand dadurch beeinträchtigt wird.

Und was das Pogen angeht – ja, es macht Spass und wird auch auf Hip Hop Konzerten immer beliebter. Aber nicht jeder Fan, der in den ersten Reihen steht, hat Lust darauf. Schaut also ganz genau, wer deutliche Signale gibt, bitte nicht in den Moshpit involviert zu werden und nehmt hier ganz besonders viel Rücksicht! Übrigens gibt es auch für das Pogen/ Moshen einige Regeln, an die ihr euch halten solltet!

Sie mag vielleicht mehr sehen, die hinter ihr sehen aber nur noch ihren Rücken. (Quelle: stock.adobe.com © Monkey Business (Datei-Nr.: 75745312))

Drängelt nicht!

Ganz oben auf der Liste jeder Konzertetikette, egal ob auf Hip Hop Konzerten oder sonst wo, steht auch das Gebot, nicht zu drängeln. Wer häufiger auf Konzerten ist, kennt sie, die Leute, die sich in jede noch so kleine Lücke drücken müssen. Nur, um dann einen halben Meter näher an der Bühne zu stehen. Diese Drängler will und braucht niemand. Immerhin gibt es Menschen, die angestanden und gewartet haben, um einen guten Platz zu bekommen. Und denen gegenüber ist es besonders frech, wenn ihr euch dann einfach vor sich quetscht.

Freundet euch mit dem Line-up an!

Wir haben es in einem anderen Beitrag schon einmal ausführlich besprochen, wollen es hier aber noch einmal betonen: Bitte freundet euch mit dem Line-up eines Festivals an und hört endlich auf zu meckern. Fast bei jedem Festival hat man diese Menschen, die einfach nicht zufrieden sind mit den gebuchten Künstlern. Wer einen ganz bestimmten Rapper oder eine ganz bestimmte Rapperin sehen möchte, der sollte einfach gezielt auf ein Konzert von ihm oder ihr gehen.

Auf Festivals aber haben oft auch mal eher mittelgrosse Künstler, unter anderem auch aus der Schweiz, die Chance, zu zeigen, was sie drauf haben. Und das solltet ihr gut heissen, schliesslich wird man nicht als Star geboren, sondern muss sich erst zu einem machen. Und vielleicht entdeckt ihr, wenn ihr offen seid, ja auch euren neuen Lieblingsrapper auf dem nächsten Openair Frauenfeld oder sonst wo. Abwarten!

Raucht nicht, wenn es verboten ist!

Seit fast zehn Jahren gibt es sie inzwischen, die Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern, die in allen Kantonen gelten. Zum Glück, schliesslich sollte jeder selbst entscheiden dürfen, ob er seine Gesundheit durch Tabak gefährden möchte oder nicht. In geschlossenen Konzerthallen darf heute in der Regel nicht mehr geraucht werden. Manche Clubs oder Raucherkneipen bilden die Ausnahme, normale Konzerthallen aber eben nicht. Und an diese Gesetze sollte man sich aus Rücksicht gegenüber den Nichtrauchern einfach halten.

Und wenn ihr unbedingt vor dem Konzert noch eine rauchen müsst, macht das am besten auch nicht in der vollen Schlange, wo ihr alle um euch herum vollqualmt. Fragt doch einfach höflich, ob man euch kurz den Platz freihalten kann, damit ihr schnell noch eine rauchen könnt und geht dann einige Schritte auf die Seite. Diese Bitte wird euch vermutlich niemand abschlagen, schliesslich zeugt die Geste ja von Respekt und Aufmerksamkeit.

Sauft euch nicht tot!

Noch verbreiteter auf Konzerten und natürlich auch nicht verboten – schliesslich schadet ihr damit zunächst ja nur euch selbst –, ist der Alkohol. "Zunächst" weil es einen Zeitpunkt gibt, an dem jeder Vieltrinker auch das nähere Umfeld mit in seinen Rausch zieht. Es wird gegrölt, die Motorik gerät ausser Kontrolle und schlimmstenfalls wird so stark über den Durst getrunken, dass die Brühe hochkommt. Dann ist der Punkt erreicht, wo man sich ernsthaft fragt, warum jemand überhaupt auf ein Konzert oder Festival kommt und in der Menge stehen muss. 

Es sollte doch darum gehen, von den Künstlern und ihrer Kunst noch etwas mitzubekommen. Wer sich unbedingt besaufen muss, macht das bitte zukünftig auf dem Zeltplatz und schläft dann dort seinen Rausch aus. Oder stellt sich unseretwegen an den Rand, wo sich keiner belästigt fühlt. Aber bitte nicht mehr mittenrein.

Trinkt so viel ihr wollt, aber bitte nicht mitten in der Menge! (Quelle: stock.adobe.com © bernardbodo (Datei-Nr.:297846332)

Grabscht nicht!

Der letzte Punkt liegt uns ganz besonders am Herzen. Wir bitten auch nicht darum, sondern wollen betonen, dass sexuelle Belästigung eine Straftat ist und nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Ja, es zählt auch schon als Belästigung, wenn man nur mal die Hand auf den Hintern legt oder man sich gegen eine Person drückt. Jeglicher unerwünschte und bewusst provozierte Körperkontakt ist ein klares No Go. 

Gerade auf Konzerten und Festivals, wo also überfüllte Menschenmassen keine Seltenheit ist, ist das Phänomen der Grabscher leider auch Gang und Gebe. Damit muss Schluss sein! Und alle, die sich immer wieder gefallen lassen müssen, begrapscht zu werden: Wehrt euch! Nur, wer klare Signale gibt, kann damit rechnen, nächstes Mal nicht wieder unter dem Verhalten leiden zu müssen! 

Natürlich verhält sich der Grossteil der Hip Hop Community so, wie das sein muss und darüber sind wir auch froh. Die wenigen Ausnahmen würden wir aber gerne auch noch auf die richtige Seite holen. Damit das Feiern allen Spass macht und nicht nur denen, die sich den Spass einfach nur für sich nehmen!

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