Diese Schweizer Artists waren am neuen Luciano-Album beteiligt
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2022

Writing, Gesang und Production

Diese Schweizer Artists waren am neuen Luciano-Album beteiligt

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Writing, Gesang und Production

Diese Schweizer Artists waren am neuen Luciano-Album beteiligt

Luca Mosberger
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Diese Schweizer Artists waren am neuen Luciano-Album beteiligt
Quelle:
ALYH2022
Mit «Majestic» erschien am Freitag das neue Album von Luciano, dem aktuell erfolgreichsten deutschen Rapper. Auf der neusten Ausgabe der jährlich erscheinenden Longplayer des Streaminggiganten hatten auch einige Künstler:innen aus der Schweiz bei den Beats, dem Gesang und dem Writing ihre Hände im Spiel.  

Auf Lucianos «Majestic» finden sich Artists aus der ganzen Welt: So etwa die erfolgreiche US-Newcomerin BIA oder UK-Grössen wie Central Cee und Aitch. Dazu kommen auch der Drill-Rapper Gazo aus Frankreich wie auch die deutschen Rapper Gzuz und RAF Camora. Gesang gibt es von der Newcomerin Paula Hartmann, wie auch von einem prominenten Gaststar aus der Schweiz.

Das wohl grösste und kurioseste Schweizer Placement auf «Majestic» geht an die Berner Folk- und Jazz-Sängerin Sophie Hunger. Sie singt die Hook von «Everywhere», auf welchem sich Luciano auf einem Drill-Beat mit Gitarren-Sample als reicher Verführer in Szene setzt. Der hypnotisierende Refrain auf dem Song stammt von Sophie Hungers Song «There Is Still Pain Left» aus 2018. Wie es zur Kollaboration kam, wurde bisher noch nicht offiziell bestätigt. Die beiden Artists stammen aus einem völlig unterschiedlichen musikalischen Kosmos und folgen sich nicht in den sozialen Medien, von einer gross im Vorfeld geplanten Kollaboration der beiden ist eher nicht auszugehen. Es ist zu vermuten, dass das Team von Luciano mit dem von Sophie Hunger für die Freigabe des Samples einen Deal ausgehandelt hat. Man einigte sich dabei wohl darauf, dass Sophie Hunger, sollte sie oder ihr Management das Sample clearen, Feature Credits auf dem Song erhalten würde. Davon profitierte sie nun natürlich stark: Die Anzahl ihrer monatlichen Hörer:innen explodierte förmlich auf Spotify, und das trotz ihres bereits soliden Bekanntheitsgrads in der Schweiz.

Dennoch witterte der «Blick» in der Zusammenarbeit von Luciano und der Sängerin die Gelegenheit für empörte Schlagzeilen: «Sophie Hunger spannt mit Macho-Rapper zusammen» titelte die Boulevard-Zeitung. Im Lead wird nochmals extra hervorgehoben, dass Sophie Hunger eine Feministin sei. Macho-Rapper ist zwar sicherlich nicht aus der Luft gegriffen. Doch dass Luciano «Frauen in fast all seinen Texten als Sexobjekte» inszenieren würde, ist hingegen schon eine sehr fragwürdige Unterstellung. Die Lyrics des Rappers drehen sich zwar schon nicht selten um Sex, aber immer auf eine verhältnismässig zahme Weise. So bewundert er in den meisten Songs zwischen den Adlibs etwa die Kurven seiner Angebeteten und rappt darüber, wie er sie mit einem Privatjet herumkutschiert und dann leidenschaftliche Nächte mit ihr geniesst. Um den Künstler der konservativen Leserschaft als misogynen Macho-Rapper und Sophie Hunger als heuchlerische Feministin zu verkaufen, wird im Artikel sogar eine Line vom Song «PEPPERMINT» ziemlich aus dem Kontext gerissen. Dass Sophie Hunger trotz ihrer feministischen Anliegen mit Luciano «zusammenspannt», ist gerade im Anbetracht der Natur ihrer Zusammenarbeit, also vermutlich nur eine Sample-Freigabe, keine Skandalstory wert.

Es findet sich aber auch Gesang von einer weiteren Schweizer Sängerin auf dem Album, hingegen aber ohne Feature Credit. Die Stimme auf dem Album-Closer «Sweet Dreams» ist die der Sängerin und Songwriterin Anina Shona. Kennen dürfte man die Künstlerin bereits als Mitglied des Kollektivs Hotel Samar mit Multiinstrumentalist Lorenz Steiner und Producer niketaz, welche dieses Jahr ihr ambitiöses Crossover-Projekt «Poésie Nocturne» mit Rapper und Sänger Z the Freshman veröffentlicht hatten.

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Auch niketaz hat Producer- und Writing Credits auf «Sweet Dreams». Damit reiht sich der Song in eine beachtliche Sammlung an internationalen Beat Placements des Produzenten ein, der seine Instrumentals schon bei Grössen wie Lil Tecca, $NOT oder makko unterbringen konnte. Obwohl die Schweizer Musik-Szene verhältnismässig klein ist, mischen ihre vielfältig talentierten Artists immer wieder im internationalen Musikmarkt mit und erhalten zunehmend Anerkennung für ihre Kunst.

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