Diese CH-Underground-Releases hast du möglicherweise verpasst
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April
2022

Hörenswert:

Diese CH-Underground-Releases hast du möglicherweise verpasst

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2022

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Diese CH-Underground-Releases hast du möglicherweise verpasst

Luca Mosberger
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Diese CH-Underground-Releases hast du möglicherweise verpasst
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Der Untergrund lebt - aber viele haben das beste abseits vom Mainstream nicht immer auf dem Schirm. Deshalb hier 7 Underground-Releases aus den letzen Wochen, die du vielleicht verpasst hast.

Ob die lyrisch beeindruckende Abrechnung mit dem eigenen Alkoholismus, der Oldschool-Track eines Rap-OG’s unter einem Pseudonym oder das Trap-Tape eines Lichtensteiner Newcomers, der drohte, für Promo seinen Bimmer in das SRF Virus-Gebäude zu fahren: Diese kürzlich erschienenen Alben und Songs flogen möglicherweise unter deinem Radar.

[1] Kylo Dream – Cooper der Shooter (Album)

Lichtensteiner Newcomer Kylo Dream veröffentlichte sein erstes Soloprojekt und liess sein Alter Ego Cooper der Shooter auf die CH-Rap-Welt los. Was schon auf seinem Collaboprojekt «Ihr Denka Ihr Checka» mit Risch the Kid auffiel, ritzt der selbsternannte Schaaner Trapgott auf seinem Soloprojekt nun in Stein: Mit einzigartigem Humor bedient der Künstler jegliche vorstellbare Ami-Trap-Klischees und, wie zu erahnen, shootet er wild um sich. Fazit: «Cooper der Shooter» ist ein kurzweiliges, extrem unterhaltsames Tape und Kylo Dream kriminell underrated.

[2] MzumO – Gregi Balkon Freestyle

Auf der dritten Single seines bevorstehenden «Barzakh»-Albums zeigt sich MzumO verletzlicher denn je: «Eskapismus, aber flüchte nur vor mir sälber / Mir verrecked alli gliich aber mit Droge gahts schneller.» Auf «Gregi Balkon Freestyle» rechnet MzumO mit seiner Flucht in den Alkohol- und Drogenkonsum ab. Mit brutaler Ehrlichkeit entführt der Rapper den Hörer in die dunkelsten Ecken seiner Gedankenwelt und schafft einen atmosphärischen und sehr eindrücklichen Track.

[3] Z the Freshman & Hotel Samar – Zu Lut

«Baby mis Herz isch e Collage» singt Rapper und RnB-Sänger Z the Freshman auf der zweiten Kollabosingle mit der Gruppe Hotel Samar, bestehend aus Internet Money-Producer niketaz, Sängerin Anina Shona und DJ und Drummer Lo Steiner. Der aufwendig produzierte Song beschreibt ein Gefühl der Losgelöstheit von der Realität, Z the Freshman befindet sich in einem emotionalen Vakuum. Fest steht: An diesem vielschichtigen und musikalisch hochsoliden Song waren keine Amateure beteiligt.

[4] Honest Joe (Johny Holiday & Yours Truly) – About To

Hinter Honest Joe steckt sich niemand geringeres als Johny Holiday der Basler OG-Rapcrew Brandhärd. Gemeinsam mit seinem alten Rapkollegen Yours Truly hat dieser ein ganzes Album aufgenommen: Johny macht die Beats, Yours Truly rappt. Der Production-Style vereinigt Golden Era-Samples mit modernen Elementen. Auf «About To» Joe reflektiert Johny den stetigen Wandel des Lebens und die damit verbundene eigene Charakterentwicklung. Honest Joe strahlt nostalgischen Oldschool-Flair aus, überzeugt aber dennoch mit neuer Frische.

[5] Various Artists – Beat Confederation (Album)

Neun verschiedene Producer aus der ganzen Schweiz haben sich, initiiert vom Producerkollektiv Anemonen Entertainment, zur «Beat Confederation» zusammengeschlossen und das Vol. 1 der hoffentlich noch vielteiligen Samplerreihe gestartet. Auf dem Album entführen Anemonen selbst, Kwest, Olen Blackbird und viele weitere den Hörer in eine einzigartige und vielseitige Klangwelt. Für Producer-Nerds und Fans von hochwertigen LoFi-Produktionen ist dieses Projekt auf jeden Fall hörenswert.

[6] BIGMaa. – Mikrokosmopolit (EP)

Auf der neuen, 5 Tracks starken EP des Berner Newcomers BIGMaa. porträtiert dieser in vielschichtigen Texten Themen wie toxische Männlichkeit, verflossene Liebe, die «einzige stilechte» Allee Berns und sein Lieblingsthema: den urbanen Mikrokosmos. Mit unter verzerrenden Effekten begrabener Stimme philosophiert BigMaa. auf den schleppenden Beats des Berner Produzenten Kollapsar gleichermassen über Globales und Lokales, und taucht dabei teilweise in eine grungige Emo-Trap-Richtung ab. Passend dazu holte er sich auch Gimu, DAIF und Milena Patagônia auf die EP, die sich in den düsteren Vibe des Projekts hervorragend einfügen und BigMaa.’s Experimentierfreudigkeit teilen.

7.    RapNose – Who Nose (Album)

Nicht selten hören HipHop-Journalist:innen den Vorwurf, nichts vom Handwerk eines richtigen Artists zu verstehen. Doch gegen Aightgenossen-Chefredaktor Steve Hiestand alias RapNose würde man dieses Argument an eine Betonmauer fahren: Sein «Who Nose» ist wohl das selfmadeste Selfmade-Album des Jahres. Lyrics, fast alle Beats, Booking, Vetrieb, sogar die Musikvideos: Alles macht RapNose selbst. Fans von möglichst Playlist-feindlichem Oldschool-Realkeeper-Rap könnten an dieser One-Man-Show Gefallen finden.

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