Die 10 Rap-Diskussionstypen 2019
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Die 10 Rap-Diskussionstypen 2019

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Die 10 Rap-Diskussionstypen 2019

Die 10 Rap-Diskussionstypen 2019
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Witzige Memes quittieren sie mit dem klassischen «hahaha» und News aus Politik und Wirtschaft werden von ihnen meist gar nicht beachtet. Jedoch ist nichts vergleichbar mit dem Shitstorm den dir deine Freunde einheizen, wenn du einen neuen Rap-Song und deine Meinung dazu mit ihnen teilst. Folgende Auflistung warnt dich davor, welche HipHop-Nörgler sich deinem gut gemeinten Gesprächs-Anreger in die Quere stellen werden.

1. Der «Anti-Zyklist»

Egal wie sehr du dich anstrengst, dem Anti-Zyklisten kannst du keine deiner Neuentdeckungen schmackhaft machen. Für ihn ist jegliche Musik die er nicht selber auf Soundcloud entdeckt hat «im Hype» und daher nicht hörenswert. Man könnte meinen, der Anti-Zyklist informiert sich wöchentlich über die vollständige Charts-Liste um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, was er zurzeit nicht hören darf. Unverkennbar ist sein Stolz auf sein «Anderssein», welchen er mit dem Schlagwort «Alternative Hip-Hop» in seinem Whatsapp-Status und Insta-Profil zelebriert.

2. Der «Alles-und-Jeden-Hater»

Noch bevor du ihm erklären kannst, dass die gehörte Melodie zur Zalando-Werbung auf Youtube und nicht zum Song gehört, den du ihm zeigen willst, runzelt er kritisch die Stirn und mustert dich mit einem Blick, als hättest du ihm gerade von deinem Italien-Urlaub im Tessin erzählt.

2.1 Der «Alles-und-Jeden-Hater PLUS»

Die personifizierte Todsünde! Er lässt kein gutes Wort an deiner Mucke und verschmäht dich und deinen Geschmack in aller Öffentlichkeit. Zwei Wochen danach entdeckst du in seiner Insta-Story, wie er deine Songs in die Front-Cam trällert. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.

3. Der «Sprach-Ästhetiker»

Hast du dich auch schon gefragt, wer zum Teufel den nervtötenden «Skits» auf bestimmten Rap-Alben überhaupt zuhört? Hier hast du ihn. Der Sprach-Ästhetiker kennt nicht nur keine Produzenten, Beats sind ihm auch völlig Schnuppe. Er möchte hören, dass die Rapper lyrisch was drauf haben. Während er dich volllabert, von wegen dieser Kettenreim beisse sich mit dem vorangegangenen Paarreim, träumst du davon, den Song entspannt am Strand zu hören – Hauptsache weit weg von Rap-Diskussionstyp Nr.3.

4. Der «Stoner»

Der «Stoner» zieht die zwei möglichen Szenarien «Diskussion» oder «keine Diskussion» ins Extreme. Entweder er blockiert jeden deiner Versuche, dich mit ihm über Rap zu unterhalten, durch eisernes Schweigen oder du erwischst ihn in einer seiner hellen Phasen und die Diskussion zieht sich über Stunden hin. Ihr verliert euch daraufhin dermassen in Details, dass ihr schlussendlich im Gespräch über eine westvietnamesische Kornkreis-Entdeckung einpennt.

5. Der «Trend-Hörer»

Wenn du eine solche Person im Freundeskreis hast, brauchst du nie mehr wieder deine YouTube- und Spotify-Startseite hinunter zu scrollen. Du brauchst dich bloss wieder einmal mit dem Trend-Hörer über Musik zu unterhalten und du erfährst sogleich, was «guter Rap» ist. Nämlich das, was French Montana, RAF Camora, Quavo und Capital Bra zuletzt releast haben.

6. Der «French-Rap Modefan»

Wie all die Jahre zuvor, hast du noch bis vor kurzem gemeinsam mit ihm Hits aus der Schweiz, Deutschland und den USA gefeiert. Doch plötzlich lässt ihn das alles kalt. Über Nacht ist ihm Deutschrap «zu hart und vulgär» geworden und US-Amerikanische Rapper werden verächtlich mit dem Wort «Amis» abgestempelt. Während er dir summend seine Böxli unter die Nase hält und dich mit einem gebrüllten «nique sa mère» aus dem Halbschlaf reisst, erinnerst du dich an die guten alten Zeiten, als der Modefan noch gemeinsam mit dir in der Schule über den Französisch-Unterricht gelästert hat.

7. Der «Nicht-Rap-Hörer»

Meist derjenige, dem niemals widersprochen wird, da man es überdrüssig ist, auf gehaltlose Aussagen wie «Ich finde Texte sehr wichtig im Rap» näher einzugehen. Lieblingsrapper «Ed Sheeran» und Lieblingsalbum «Versus» von Usher sind die typischen Markenzeichen von Typ Nr.7.

8. Der «Das ist mir zu kommerz»

Diese Gattung von Diskussionstypen gehört zur Familie der Anti-Zyklisten, unterscheidet sich jedoch davon in einer entscheidenden Hinsicht: Ihre Abneigung gegen die aktuelle Rap-Musik baut ausschliesslich auf dem Hass gegen die Musikindustrie. Man könnte meinen, die ganze Liste von Unternehmen, angefangen bei Labels wie Universal bis hinüber zu Spotify, hätten dem «Kommerz-Hasser» ein persönliches Leid zugefügt. Per Whatsapp-Dienst auf seinem iPhone erklärt er dir, dass Streaming-Dienste wie Apple Music der Wolf im Schafsrock der modernen Musikindustrie seien. Kann man ernst nehmen, muss man nicht.

9. Der «Hustensaft-Jüngling»

Beteiligt sich grundsätzlich an keiner Diskussion. Erst wenn Ad-libs wie «Skrrr» oder «Bang Bang» aus den Boxen ertönen, unterbricht der Jüngling sein Nippeln am Becher und gibt ein paar nicht-identifizierbare Laute von sich.

10. Der «Früher war alles besser»

Deine Diskussion mit dem letzten und ärgerlichsten Typen der Liste gleicht dem Kampf eines tragischen griechischen Helden gegen die vielköpfige Bestie Hydra. Der «Früher war alles besser» ist dem «Alles-und-Jeden-Hater» sehr ähnlich. Auch er hat für jeden deiner Lieblingssongs gleich zehn fiese Beleidigungen im Repertoire. Diese lässt er jedoch nicht gleich alle von der Leine, sondern bringt dich zuerst mit der immer gleichen Aussage zum Verzweifeln: «Früher war das viel besser».

11. LYRICS-Team BONUS: Der «Möchtegern-Musikjourni»

Ob Trap, Oldschool oder experimenteller Neosoul-Elektro-Rap: dieser Typ kann der gesamten Bandbreite etwas abgewinnen. Während du argumentierst, weshalb sich noch immer alle vor KKS in Acht nehmen sollten und Eminem schlicht auf allen Ebenen besser als seine Konkurrenz ist, palavert er dir Sätze vor wie: «jeder Künstler und jede Künstlerin hat seine Daseinsberechtigung» und «solange Rap insgesamt wächst wird der Kuchen für alle grösser». Der Möchtegern-Musikjourni diskutiert eloquent und überzeugend, vergisst dabei jedoch Haltung und Position zu zeigen.

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