Das sind die all time favourite CH-Rap-Songs der einzelnen Redaktionsmitglieder (Teil 1)
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September
2020

Songs von EFM, Stereo Luchs, Lügner und mehr

Das sind die all time favourite CH-Rap-Songs der einzelnen Redaktionsmitglieder (Teil 1)

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2020

Songs von EFM, Stereo Luchs, Lügner und mehr

Das sind die all time favourite CH-Rap-Songs der einzelnen Redaktionsmitglieder (Teil 1)

Das sind die all time favourite CH-Rap-Songs der einzelnen Redaktionsmitglieder (Teil 1)
Quelle:
Quelle: Atlaz Films
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Es gibt verschiedene Gründe für die Wahl eines Lieblings-Tracks: Seien es Erlebnisse oder Lebensabschnitte, die damit verbunden werden, Texte, von denen man sich angesprochen fühlt oder sei es einfach nur, dass sie musikalisch herausstechen. Deshalb: die Lieblings-CH-Rap-Tracks unserer Redaktionsmitglieder.

Wir haben unseren Redaktions-Mitgliedern eine stumpfe Frage gestellt: «Welches ist dein liebster CH-Rap-Song?» Da natürlich niemand einen Song nennt, ohne ein bisschen Werbung für die eigene Wahl zu machen, haben wir die Songs inklusive Grund für die Wahl gesammelt. Herausgekommen ist eine vielfältige Liste mit Songs aus praktisch jeder Rap-Stadt und jedem zeitlichen CH-Rap-Abschnitt. Hier der erste Teil der Lieblingssongs unserer Journalisten und Praktikanten.

Yosina, Journalistin: «Tätowierter & Vorbestrafter» - Fischermätteli Hood Gäng

An diesem Track liebe ich die melancholische Stimmung, die mich immer an die britische coming-of-age-Serie «Skins» erinnert. Der Track macht mir Hoffnung, dass die Jugend vielleicht doch nicht nur angepasst und brav ist, sondern dass Menschen in meinem Alter politischen Idealen nachjagen und eine Wut gegen die Gesellschaft im Bauch haben. Der damit verbundene Weltschmerz spricht mir aus der Seele. Lines wie «wär e tusiger pro zimmer zahlt wetti nid als nachbar, i risse grad dis wohnigsinserat ab» haben doppelte Wirkung auf mich - einerseits der riesige Abfuck darüber, dass das tatsächlich die Realität der kapitalistischen Gesellschaft ist und andererseits die Erleichterung darüber, dass dagegen sein eine Option ist und es manchmal okay ist, etwas kaputt zu machen.

Yannick, Redaktionsleitung: «Ufe» - Stereo Luchs feat. Pronto

Herbst 2017: Eine unbestrittene Dancehall-Koryphäe featuret den vielversprechendsten Trap-Newcomer der Schweiz? Auf dem Papier las sich diese Kollabo genau so befremdlich wie interessant. Umso erfreulicher war das Resultat: Stereo Luchs’ starker Zürcher Dialekt und Prontos tiefes, rauchiges Genuschel ergänzten sich extrem gut. Pronto nahm ich zudem zum ersten Mal auf Dancehall-Beats wahr, was mir persönlich das Gefühl gab, dass sich Pronto wirklich «durchsetzen» könnte. Heute können sich wohl fast alle auf ihn einigen. Der einzige «Minuspunkt» des Songs: Er erweckte im tristen Herbst starke Sommer-Feelings. Es triggerte mich deshalb noch ziemlich lange, dass mich der Song nicht schon in den Sommerferien 2017 begleitet hatte.

Julia, Journalistin: «Melodie» - CBN

Der Song war im 2016 mein ständiger Begleiter. Ob es der starke poetische Ausdruck war, den CBN unschlagbar beherrscht oder ein gewisser Bezug zum Text -  was mich schlussendlich gecatch hat, kann ich nicht sagen. Dennoch konnte, bis heute, kein anderer Song den Platz von «Melodien» streitig machen.

Jessica, Praktikantin: «Mozart» - Xen, EAZ & Liba

Dieser Song wird mich noch lange meine Sek-Zeit erinnern, schliesslich war der Song unser damaliger Sommerlager-Jam. Ich finde die Line «spitz dini Ohre, han für dich e Botschaft, will mini Sorge riised mir de Chopf ab» bis zum heutigen Tag immer noch sehr nice, da ich diese Aussage zu 100% unterschreiben würde. Für mich gab es in der Jugend nichts Schlimmeres, als meine Sorgen und Gedanken für mich zu behalten und nicht darüber sprechen zu können. Ich habe also sehr viel in dieses Lied hineininterpretiert, obwohl die eigentliche Bedeutung des Songs vielleicht eine ganz andere gewesen wäre.

Yanitt, Praktikant: «Kukelikki» - Lügner

Da es so schwierig ist, sich auf einen spezifischen Song zu beschränken, wähle ich den Song stellvertretend für das gleichnamige Album sowie den gesamtem vorherigen Musikkatalog von Lügner und seiner ehemaligen Crew paar@ohrä. Meiner Meinung nach sind dieser Song sowie das gesamte Album HipHop in seiner reinsten Form. Punk-Rap wie Lügner seinen Musikstil selber nennt, definiert sich nicht durch seine Deepness oder Message, sondern viel mehr durch den Wortwitz sowie die meist simplen aber dennoch mitreissenden Beats. Dazumals wurde noch darauf geachtet, dass man nicht all zu viele Anglizismen verwendet, da man sich bewusst vom amerikanischen Rap abgrenzen wollte. Man versuchte sein eigenes Ding in seiner Muttersprache aufzuziehen und verwendete stattdessen schweizerdeutsche Worte und verlieh so den einzelnen Dialekten ihren ganz eigenen Style. Wer sich ein bisschen mit Lügner und seinem Werdegang auseinandersetzt, wird schnell merken, dass er und sein Camp auch Wegbereiter für viele Artists waren, die man ebenso als OGs im CH-Rap-Game bezeichnen darf. So zum Beispiel Rennie von Sektion Kuchikäschtli oder Bligg. In diesem Sinne Ehre, wem Ehre gebührt und ein herzliches Dankeschön an Lügner für die unzähligen Mundart-Meisterwerke!

Tobias, Journalist: «Modern Day Odyssee» - Eldorado FM

Die letzten beiden Eldorado FM-Mixtapes waren für mich eine Art raptechnisches Erweckungserlebnis und zeigten die Crew von einer nachdenklicheren Seite - jedoch ohne an Biss zu verlieren. Auf «Modern Day Odyssee» erzählen CBN und Tommy Vercetti vom alltäglichen emotionalen Struggle und wirken dabei wie ein wärmendes Feuer in einer kalten Novembernacht. Mit «Herrlichi Beats und das widerliche Dasii» bringt das Lied zudem auf den Punkt, warum mich HipHop bis heute nicht loslässt.

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