«Alles, was diskriminierend ist, ist dumm»: Interview mit dem Bestsellerautoren Thomas Meyer
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«Alles, was diskriminierend ist, ist dumm»: Interview mit dem Bestsellerautoren Thomas Meyer

«Alles, was diskriminierend ist, ist dumm»: Interview mit dem Bestsellerautoren Thomas Meyer
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In unserer Sonderausgabe sprechen wir unter anderem über Antisemitismus im Rap. Gesprochen haben wir unter anderem mit Thomas Meyer. Der jüdische Bestsellerautor erklärt uns, wer Judenwitze machen darf, warum die Echodebatte sein Ziel verfehlt hat und was er von scheinbar antisemitischen Rap-Lines haltet.

Thomas Meyers Karriere ist eine Erfolgsstory. Der mittlerweile 44-jährige Schweizer Schriftsteller ist gleich mit seinem Debütroman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schicks» 51 Wochen lang auf der offiziellen Schweizer Bestsellerliste gestanden. Der Roman handelt von einem jungen frommen Juden, der sich in ein Mädchen verliebt. Seine Religion macht diese Unterfangen aber verdammt kompliziert. Die Buchverfilmung läuft seit Oktober in den Kinos. Um die aktuelle Lage in der Rap-Szene bezüglich Antisemitismus zu analysieren, ist Thomas Meyer also durch seinen persönlichen Hintergrund sowie der Recherchen für sein Werk genau der Richtige. Einige interessante Aussagen aus dem Interview haben wir für euch als Vorgeschmack gesammelt.

Ob Judenwitze lustig sind, hängt davon ab, wer sie macht. Ausserdem ist Humor nie unabhängig von seinem Motiv: Warum spotte ich? Spotte ich, weil es einfach eine lustige Umgangsform ist zwischen zwei Menschen, die sich nahe sind? Spotte ich, weil ich darin ein Mittel finde, um Reaktion zu provozieren oder spotte ich aus Verachtung?Es ist kontextabhängig, wer sich Witze machen darf, aber: Ich darf all diese Jokes machen, andere nicht. Ist das ein Gesetz? Ja. Gibt es ein Argument für dieses Gesetz? Nein.In der Gangster-Rap-Szene geht es in meinen Augen stark darum, möglichst krass zu sein. Innerhalb dieses Kontextes sind solche provokativen Lines ein probates Mittel, um sich Respekt zu verschaffen.Es stört mich, dass die Antisemitismusdebatte genau hier geführt wird, wo meiner Meinung nach gar kein Antisemitismus vorliegt, sondern nur kindisches Geschwätz. 

Das ganze Interview mit allen Einschätzungen und Statements vom Schriftsteller gibt’s in der Sonderausgabe. Neben der Meinung von Thomas Meyer erzählt uns die Battle-Rap-Ikone Ben Salomo die Geschichte, wie es zu seinem Abschied aus der Szene gekommen ist und der Rapper Knackeboul zeigt den antisemitischen Kern von Verschwörungstheorien. Weiter haben wir einem Professoren für Jüdische Geschichte, Erik Petry, Juden-Referenzen in Rap-Tracks zur Analyse vorgelegt. Das Magazin ist ab dem 14. Dezember im Abo und im Einzelhandel erhältlich. Zudem kann sie ab sofort in unserem Shop bestellt werden.[sc name="mehr lesen" ]

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