Albuminterview: La Base & Tru Comers – «Au-dessus des lois»
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March
2018

Albuminterview: La Base & Tru Comers – «Au-dessus des lois»

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2018

Albuminterview: La Base & Tru Comers – «Au-dessus des lois»

Albuminterview: La Base & Tru Comers – «Au-dessus des lois»
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Mit dem Release von «Au-dessus des lois» schreiben die Jungs von La Base und den Tru Comers ein weiteres Kapitel ihrer spannenden Geschichte. Im grossen LYRICS-Interview erfährst du, weshalb ihr neues Projekt einem Film gleicht, was die Jungs aus Biel zu ihren Songs zu sagen haben und du erhältst spannende Einblicke in das Universum der «Comintru»-Mafia.

In komplett analog gehaltenen Studiosessions schaffen La Base & Tru Comers Musik, welche die Klassifizierung «zeitlos» anstrebt. Ihr neustes Werk «Au-dessus des lois» ist ein packender Gangster-Film, der mitten zwischen Realität und Fiktion steht. Um dies etwas genauer zu erläutern, haben Buds Penseur von La Base und DJ Sperrow von den Tru Comers zu den einzelnen Tracks Stellung genommen.«Aues-dessus des lois»Das Album startet mit einem Furioso aus Helikopter-Geratter und Polizeisirenen. Was soll das?Buds Penseur: Das Album ist eigentlich ein grosser Film mit verschiedenen Etappen: Es beginnt mit einer «Flucht» und mit einer ganz klaren Ansage: Wir leben nicht nach den Gesetzen der Menschen, sondern nach dem einzig wahren Gesetz der Natur. Wir sind keine Outlaws, wir stehen über dem Gesetz. Die geltenden Gesetze wurden von den Menschen erschaffen, um die Reichen und die Elite zu beschützen. Danach leben wir nicht. Wir leben nach den Gesetzten von Gott, der Natur und der Realität. Wir lassen uns keine Gesetze eintrichtern. Das ist der Mindset von La Base und den Tru Comers und der wird im ersten Track klargemacht. Zudem wir die musikalische Richtung der Platte angedeutet. «A Quoi Tu Penses»Sperrow: Bei diesem Song stellen wir den Kontakt mit dem Zuhörer her und können ihn packen, da er sich angesprochen fühlt.Bei diesem Track drückt ein erstes Mal der G-Funk durch.Buds Penseur: Wir haben einfach Musik gemacht. Wir sitzen nicht im Studio und sagen dann so «Ey, lass mal etwas G-Funk reinwachsen.» Wir setzen uns hin und es entsteht, was entsteht.Ri-K ist auf dem Track sehr dominant...Buds Penseur: Ursprünglich war es ein Track, auf dem wir alle drauf waren. Ri-K konnte dann aber schnell sehr viel Gefühl und Persönlichkeit reinbringen, sodass es ein sehr intimer Track von Ri-K wurde. Er offenbart im Song sehr viel über sein Leben und seinen Alltag. Er erzählt darüber, was ihn in dieser Gesellschaft stört und offenbart seine Träume. «A Quoi Tu Penses» ist einer der persönlichsten Tracks auf dem ganzen Album.«Ballin»Buds Penseur: Sperrow kreierte erst den Beat, dann den Bass und die Drums. Danach kam ich auf eine Idee für die Hook. Der Beat erinnerte mich an Ballas, Hustlas, Playas und Casinos. Als die Hook stand, folgten die Texte und anschliessend luden wir Musiker ein, um die Synthies und die Gitarrensolos aufzunehmen. Dadurch entstand dann das Universum der Musik und daraus schlussendlich die Videoidee. Alles lief wunderbar im organischen Prozess: Eines führte zum anderen.

«Dans mon Salon»Was passiert in eurem Salon?Sperrow: Der Salon ist metaphorisch für unser Universum, für unsere Welt. Darin heissen wir alle willkommen. Hier können wir den Menschen zeigen, was wir für Träume und Visionen haben und wie wir die Dinge sehen. Der Track widerspiegelt unseren Geist.«Intouchable»Buds Penseur: «Intouchable» ist straight G-Rap. Gangsta-Shit. Der Track ist unsere Hommage an Gangsta-Rap, deshalb auch etwas härter und mit Bass. Hier konnten wir unsere Gangster-Fantasien und Gangster-Realitäten eins werden lassen.«Longue Nuit» Buds Penseur: Auch hier hat Sperrow zuerst den Beat vorgelegt. Das erste, das wir gefühlt haben, als wir den Beat hörten, war die Nacht. Ri-K kam dann mit einer Hook, in der er sich mit den während der Nacht stattfindenden Machenschaften auseinandersetze: «La nuit est longue, les hommes sont mauvais, ils marchent dans l’ombre pour atteindre le sommet». Das heisst in etwa: «Lange Nacht, der Mensch ist böse und agiert im Dunkeln, um seine Ziele zu erreichen.»Welche Bedeutung haben die vier Skits?Sperrow: Die Skits erfüllen zwei Aspekte: Der erste ist die Dramaturgie der Platte. Die Skits helfen dabei, die Story zu erzählen, welche eine Message rüberbringen soll: Die Gesetze der Menschen können uns nichts anhaben. Das ist der Film von «Au Dessus des Lois», welcher natürlich auch in der Fantasie des Hörers spielen soll. Wer am 20. April an die Releaseparty im Bieler Gaskessel kommt, wird noch mehr über diese Geschichte erfahren. Buds Penseur: Auf der anderen Seite haben wir drei Freunde, die gleichzeitig inhaftiert waren und die per Zufall in der gleichen Zelle gelandet sind. Sie haben uns dann aus dem Knast Sprachnachrichten gesendet und wir haben diese in das Album integriert. «Au Dessus des Lois» ist also eine Mischung aus einer imaginäre Geschichte und strikter Realität.«LOURD»Buds Penseur: «LOURD», was so viel wie «geil» oder «krass» bedeutet, wird nicht mit dem Album releast. Das ist ein exklusiver Track, der später noch erscheint. Ein Bonus Track, der in der gleichen Zeit entstanden ist wie das Album, aber nicht im gleichen Universum spielt. Lourd ist ein Live-Track, auf den sich die Leute freuen können.

Cover-Bild: Von links nach rechts: Ri-K, T-Sow und Buds Penseur von La BaseAuffallend ist, dass einige Tracks über eine lange Spieldauer von über fünf Minuten vorweisen, ist das Absicht?Sperrow: Das ist wie Back in the Days, als die Jazzmusiker ihre Musik machten. Scheiss auf Normalität, wir machen, was wir wollen. Wenn ein Track fünf Minuten dauert, dann scheissen wir darauf, ob die Radios dreiminütige Tracks möchten.Buds Penseur: Geht der Track fünf Minuten, dann geht er auch fünf Minuten. Fertig Schluss! «Au Dessus des Lois» hat nicht viele Tracks darauf, aber dafür Tracks, die lang, intensiv und ausproduziert sind.Das Werk ist allgemein sehr abwechslungsreich.Sperrow: Wir haben nie etwas erzwungen. Das kommt alles aus dem Flow, aus den Einflüssen und den Skills, die vorhanden sind, wenn wir zusammen chillen.Buds Penseur: Wenn wir einen Beat haben, und einer hat eine Idee, einen Flow im Kopf, dann machen wir das einfach. Wir sagen nicht: Nein, das passt hier nicht rein oder so. Was dabei unglaublich ist: Das Universum gliedert die Dinge so, dass schlussendlich alles zusammenpasst. Alles passiert aus einem Grund. Und wäre das nicht so, dann wäre das Album nicht, wie es ist. Sperrow ist das musikalische Genie, und ich helfe kräftig mit. Ri-K und T-Sow sind eher sprachlich begabt. Ihr Französisch ist perfekt. Die TruComers sind Deutschschweizer. Ich bin Bilingual. Schlussendlich ist es aber das Zusammenspiel aller Charaktere, das die Musik so vielfältig und ausgewogen macht. Alles was in unserem Leben passiert ist, ist die Folge einer perfekten Fügung der Zufälle.Was inspiriert euch und euer Universum?Buds Penseur: Ich denke, dass ist ein Pool an Einflüssen. Man hört sicherlich raus, dass modernere oder aktuellere Musik Einflüsse ausgeübt hat. Es gibt aber auch Einflüsse aus den 70ern, als Musik noch mit Livebands gespielt wurde. Wir haben viel Wert auf die Instrumente, gesungene Hooks und Soul- und Funk-Feelings gelegt. Denn wie bei allen Projekten von La Base und den Tru Comers sind die Einflüsse aus den 90ern, von West-Coast- über East-Coast-Rap, präsent. Auch unsere Liebe für die Strassenkultur, für Polo Sport, Helly Hansen, Tommy Hilfiger oder die Vorbilder aus den grossen Mafiafilmen wie «Tony Montana», die «Good Fellas» oder den «Godfather» sind wichtig.Was, wenn das Album nicht die Resonanz erhält, welche es verdient?Sperrow: Das wäre überhaupt kein Problem. Wir haben uns noch nie irgendwo aufgedrängt. Die Leute nehmen unsere Projekte und können dann damit machen, was sie wollen.Wie klappt das? Sperrow: Was wir machen, das ist Qualitätsarbeit – in jeglichen Belangen. Und Qualität wird immer geschätzt. Darum machen wir uns hier keine grossen Sorgen.Intern diskutiert aber sicherlich auch ihr über mögliche Erfolge?Buds Penseur: Natürlich. Man muss Visionen und Träume haben. Aber wir sagen auch nicht, wir müssen mit «Au-dessus des lois» in Frankreich, Belgien und überall Gold gehen. Nein, wir veröffentlichen das Album und der Rest liegt im Schicksal des Universums.Wenn wir gerade von Frankreich und Belgien sprechen. Sind Tourneen sind geplant?Buds Penseur: Unsere Tour beginnt in der Release-Woche in Paris und dauert bis in den Mai hinein, im Oktober gibt‘s dann mit ziemlicher Sicherheit eine Südamerikatour für drei Wochen und im Sommer sind wir an zwei, drei Festivals zu sehen.«Au Dessus des Lois» gibts hier zu kaufen!

Hier kannst du dir dein Jahresabonnement für nur 36.- lösen!Interview: Valentin Steinmann

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