Doapamin vereint 18 Berner Artists auf einem Track
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2021

Ballon d’Or für die Hauptstadt

Doapamin vereint 18 Berner Artists auf einem Track

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Doapamin vereint 18 Berner Artists auf einem Track

Yannick Jauch
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Doapamin vereint 18 Berner Artists auf einem Track
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Murphy, Nate, Laureeta, …: Der Videopoducer Doapamin macht für ein 12-minütiges Musikvideo einen musikalischen Querschnitt durch Bern und sein Einzugsgebiet.

In den Coronajahren, in der gefühlt jede bewährte Art von Plattformen braucht’s neue Wege, um auf sich aufmerksam zu machen und seine Stadt zu representen. Doapamin ist einer der kreativen Köpfe, der sich vorgenommen hat, seinen Teil beizutragen und eine Plattform zu bieten für Rap-Artists, für das Gefühl und die Vielfältigkeit einer ganzen Stadt, die sich auf einen Nenner einigen kann: Rap.

Doapamin bringt mit «Ballon d’Or» also 18 Leute auf einem Beat zusammen, die, bis auf ihre regionalen Gemeinsamkeiten, unterschiedlicher kaum sein könnten. Da wäre S.M.D, der Ex-MyCokeMusic Soundcheck-Gewinner aus Bümpliz, Kind der Strasse, das sich mit Anklagen, U-Haft und der Angst vor einem Lebensabschnitt hinter Gittern rumschlagen musste und auch genau diese Realität in seiner Musik verkörpert: «Sit 1990 uf de Strada, rüefe drüsprachig Guapa, lah se flüsse wie Aqua». Oder Nate, Midas und kid.Loky, die für eine junge, neue Berner Generation stehen, die in ihre melodiösen Flows (und viele smoothe Flow-Switches) Themen wie Drogen, Existenzängste und den unbremsbaren Drang, nach oben zu wollen, verpacken. Das zeigt auch wunderschöne Gegensätze auf, wenn auf die hungrige, selbstbewusste Laureeta (leider die einzige Rapper*in in der Runde), die auf dem Hotelbett sitzend und umringt von ihren Girls ohne Anstrengung spanglische Maschinengewehrflows aus dem Ärmel schüttelt, Roni Loud folgt, der fast schon gleichgültig den gestandenen, erfolgreichen Rapper mimt, der einzig den Profit im Kopf hat, nur um vom hässigen Azrael abgelöst werden, der mit seinem kratzigen und tiefen Stimmorgan zum Rundumschlag ausholt: «Wie du weisch, hani Bullehass, sit de sächste Klass.»

Nicht nur Gegensätze werden aufgezeigt, auch die lokale Szenekultur wird gehegt und gepflegt, oder gar die lokale Kulturszene? Schliesslich sind im Video nicht nur Rapper*innnen aus diversen Berner Ecken vertreten; der Clip ist gespickt mit Bern-eigenen Symbolen. Ob durch kleine Berner Modelabels oder Szene-Tattoos, die Bern Allstarz repräsentieren mit Stolz die Tatsache, dass die Rap-Kultur ihrer Stadt bis in alle Ecken eingedrungen ist.

Klar, 12 Minuten sind lang für einen Song, sehr lang sogar. Mit seinem von kid.Loky und Mishon produzierten Drill-Beat, der zwar gut, auf diese Song-Länge aber etwas repetitiv ist, ist es natürlich kein Song für Binge-Listening. Betrachtet man das Video aber als das, was es ist; ein ambitioniertes Musikvideoprojekt das dem Zuschauer die Möglichkeit gibt, um neue Artists zu entdecken, ein Gefühl für die Lebensweisen unserer Hauptstadt zu gewinnen und die Vielfältigkeit Berns zu porträtieren, so ist es durchaus gelungen.

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