Diese 10 Newcomer:innen haben mehr Aufmerksamkeit verdient
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2022

Golddiggin’ 42

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Diese 10 Newcomer:innen haben mehr Aufmerksamkeit verdient

Luca Mosberger
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Sind Jaru, SGB und ISMA the next big thing im CH-Rap? Wir stellen euch 10 Newcomer:innen vor, die einen Platz im Spotlight verdient haben.

Die hiesige HipHop-Szene ist voll von ehrgeizigen und talentierten Newcomer:innen, die nach den Sternen am CH-Rap-Himmel greifen. In unserer Golddiggin'-Rubrik machen wir uns auf die Suche nach den vielversprechendsten, aber aktuell noch unbekannten Artists, in denen wir das Potenzial für den grossen Hype sehen. Viel Spass beim Herumstöbern!

[1] Jaru

Wohl einer der underratedsten Newcomer zurzeit: Rapper und Producer Jaru aus der Region Bern feilt seit 2019 an seinem eigenen, meist sehr bassintensiven Soundmix. Wie schon bei seinem energiegeladenen Kollabo-Track mit san mattia, «UMÉ», stammen auch bei seiner neusten Single sowohl das Instrumental wie auch die Lyrics aus seiner Feder. Mit seinem grossartigen Gespür für gute Hooks und Moshpit-tauglichen Sound steht Jaru hoffentlich kurz vor dem Durchbruch in der Szene.

[2] SGB

Die Fribourger Rapperin SGB (ausgesprochen Ess-Tschi-Bii, nicht zu verwechseln mit dem Schweizer Gewerkschaftsbund) hat Talent und Hunger. Ihre Musik nutzt die Künstlerin mit finnischen Wurzeln unter anderem als Ventil für ihre Wut. Ihre hässigen, technisch versierten Texte brachten ihr so auch schon beim Cypher viel Lob ein. Nach französischen und englischen Releases widmet sie sich aktuell neuer Musik auf Schweizerdeutsch. Auch auf Mundart kann sie mit einem gut balancierten Mix aus Oldschool und Newschool punkten.

[3] ISMA

Hat Jamal mit ISMA den nächsten Rohdiamanten ausgegraben? Das neuste Signing bei God Blessed City beweist starke Songwriting-Skills und beeindruckt vor allem mit seiner Konsistenz: Im Verlauf eines Monats droppte er vier Songs, die trotz des hohen Outputs weder an Qualität noch Einprägsamkeit eingebüsst haben. Damit hat der Rapper aus Wollerau sicherlich noch nicht sein Pulver verschossen. Es bleibt spannend, was wir von ISMA als Nächstes hören werden.

[4] TRUWVE

Den wohl schrägsten Eintritt auf dieser Liste macht das Musik- und Kunstkollektiv TRUWVE. Die an Meeresbewohnern orientierte Crew, die sich auch als Laguna Mafia bezeichnet, sollte alleine schon durch die Namen seiner Mitglieder überzeugen. Während Yung $hrimp, Skinny Barracuda, King Nepthun (alias Saimon Disko) und Captain Seetüfu den engen Kern bilden, zählt das Kollektiv insgesamt über 20 Artists mit Unterwasser-Alias. So etwa auch Fly Egli, Lil Plank, Big Daddy Jaws, Pangasius B.I.G, Wolfsbarsch Amadeus Orca, Aal Gore, Ludafisch, Fish de Pute, Playboi Karpfi und viele, viele mehr. Das wahnsinnig detailverliebte Kunstprojekt überzeugt aber nicht nur mit unverkrampftem Wortwitz in seinen Texten, sondern auch musikalisch. Die Chill-Rap-Crew nimmt sich zwar offensichtlicherweise nicht sehr ernst, aber hat weitaus mehr als Schenkelklopfer zu bieten.

[5] Detivni

Die Tracks des Duos Detivni, bestehend aus Yevad Ki$ und FERB, wirken teilweise ein wenig wild zusammen-gefreestylet, aber an Energie und Spass beim Musikmachen fehlt es den beiden Newcomern definitiv nicht. Besonders diese beiden Eigenschaften machen ihre Musik ansteckend und sorgen für gute Laune. Die beiden scheuen sich aber nicht davor, sich auch mal ernsteren Themen zu widmen und eine gewisse Melancholie in ihre Songs einfliessen zu lassen. So entsteht auf Albumlänge ein einzigartiger Soundmix.

[6] Moh Ciss – Benz

Rapper und Producer Moh Ciss aus Genf zeichnet sich durch französische Drill- und Trap-Musik aus. Der Artist mit guineischen Wurzeln veröffentlichte in der Vergangenheit bereits Songs mit Romands-Grössen wie Slimka und Makala. Nachdem er letztes Jahr sein Projekt «Savage Mode» droppte, erschienen regelmässig Singles im Drill-Stil. Gut möglich, dass sich der Künstler mit seinem Sound als grosser Name in seiner Stadt etablieren kann.

[7] Kirikou x $iempre

Die maskierten Trapper Kirikou und $iempre vom frisch gegründeten Zürcher Label LesReufZH kommen mit Umhängetaschen und Hustensaft-Päckchen in die Szene gebrettert. Die beiden Artists erfüllen mit ihren Debüt-Singles zwar alle US-Klischees an Parolen und Requisiten, die man im Clip zu einem Song namens «Traphouse» erwarten würde. Dennoch können die beiden mit genau dieser sehr solide umgesetzen Ästhetik und kalten Rapflows überzeugen.

[8] Pauli

Viel Gedankenfutter bietet der Rapper Pauli. Mit melancholischen, politisch geladenen Texten auf Mundart entführt uns der Künstler auf seiner dieses Jahr erschienen «Quartier»-EP in seine Gegend. Wortgewandt transportiert der Conscious-Rapper Beobachtungen aus seinem Alltag in seine Musik, über die er dann im Zusammenhang mit dem generellen Weltgeschehen philosophiert.

[9] Lil Glee

Rapperin Lil Glee bringt den exzentrischen New-Wave-Sound von Artists wie Yeat oder Destroy Lonely in die Schweiz. Mit trippy Visuals, wummernden 808s und einer Tonne Stimmeffekten schliesst sie sich einer Wave an hauptsächlich männlichen Underground-Artists an, die gerade besonders im Umfeld von Playboi Carti’s Opium-Label aus dem Boden spriessen. Ihr Sound, welchen die Lean-Liebhaberin als «Gleek» bezeichnet, hätte das Potenzial in den Staaten beim New Wave-Publikum auf Begeisterung zu stossen.

[10] Dustyy

«Sevenheaven» ist der bisher einzige, aber schon sehr vielversprechende Release von Newcomer Dustyy. Produziert wurde die Debüt-Single vom OVE, einem der spannendsten CH-Producern der Stunde. Dustyy passt hervorragend in das kalte, sphärische Soundbild. Der Trap-Newcomer ist definitiv ein Artist, den man im Auge behalten sollte.

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